Basel: Ohne Helm und ohne Vortritt – E-Trotti-Lenker bei Kollision mit Auto verletzt
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BaselOhne Helm und ohne Vortritt – E-Trotti-Lenker bei Kollision mit Auto verletzt

Am Sonntagnachmittag wurde ein E-Trottinett-Lenker auf dem Basler Aeschenplatz bei einer Frontalkollision mit einem Auto verletzt. Das Opfer war ohne Helm unterwegs. Das ist typisch für Unfälle mit E-Trottinetts.

von
Vanessa Travasci
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Am Sonntag kollidierte auf dem Aeschenplatz in Basel ein E-Trottinett-Fahrer mit einem Seat. 

Am Sonntag kollidierte auf dem Aeschenplatz in Basel ein E-Trottinett-Fahrer mit einem Seat. 

20min/Vanessa Travasci
Er musste von der Sanität ins Spital gebracht werden. 

Er musste von der Sanität ins Spital gebracht werden. 

20min/Vanessa Travasci
Der E-Trotti-Lenker missachtete einen Rechtsvortritt und prallte mit dem Auto zusammen. 

Der E-Trotti-Lenker missachtete einen Rechtsvortritt und prallte mit dem Auto zusammen. 

20min/Vanessa Travasci

Darum gehts

Auf dem Basler Aeschenplatz wurde am Sonntagnachmittag ein E-Trottinett-Lenker bei einer Kollision mit einem Auto verletzt. Zum Unfall kam es gegen 16.40 Uhr, als der E-Trotti-Lenker von der Dufourstrasse Richtung St. Jakobs-Strasse unterwegs war. Dabei missachtete er den Rechtsvortritt eines Personenwagens, welcher vom Aeschengraben Richtung St.-Alban-Anlage fuhr, wie die Basler Kantonspolizei auf Anfrage mitteilte. Der E-Trottinett-Fahrer schlug auf der Frontscheibe des Seat auf und blieb am Boden liegen. Die Sanität brachte ihn ins Spital.

Der Abschleppdienst musste ebenfalls vor Ort aufgeboten werden. Das E-Trottinett war so unter dem Seat eingeklemmt, dass das Auto nicht anders vom Unfallort entfernt werden konnte. Es kam zur kurzzeitigen Unterbrechung des Verkehrs, wobei der Individualverkehr durch die Verkehrspolizei geregelt werden konnte. Der Tramverkehr war nicht beeinträchtigt. 

Über die Verletzungen des Opfers ist nichts bekannt. Der Mann war allerdings ohne Helm unterwegs, wie die Polizei auf Anfrage bestätigte. Bei E-Trottinetts ist das Tragen eines Helms nicht Pflicht. Die Kantonspolizei Basel-Stadt spricht sich aber klar für eine Empfehlung zum Tragen von Helmen aus. «Ein Helm kann bei Unfällen ein grosser Vorteil sein und vor schweren Verletzungen schützen», schreibt Polizeisprecher Adrian Plachesi dazu. Der Unfall ist insofern typisch, als dass von den elf registrierten Unfällen mit Elektro-Trottinetts vergangenes Jahr in Basel laut der Verkehrsunfallstatistik des Bundes kein einziger Lenker einen Helm getragen hatte.

«Fahren in alkoholisiertem Zustand ist ein Problem»

Tatsächlich dürfte es wesentlich mehr Unfälle mit E-Trottis geben. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) vermutet, dass die Dunkelziffer gross ist: «Besonders im Bereich der Selbstunfälle muss die Dunkelziffer sehr hoch sein. Die Räder des E-Trottinetts sind klein und das Tempo hoch. Eine kleine Unebenheit, ein Schlagloch oder nasser Belag reichen, um zu stürzen. Auch das Fahren im alkoholisierten Zustand ist ein Problem», sagt Mediensprecher Marc Kipfer. Bei den Selbstunfällen schaffen es die Lenkerinnen und Lenker teils selber, sich ins Spital oder in medizinische Behandlung zu begeben, diese Unfälle erscheinen dann nicht in einer Unfallstatistik, folgert Kipfer weiter.

Besonders seit dem Aufkommen von Verleihdiensten sei eine steigende Tendenz von Unfällen mit diesen Fahrzeugen erkennbar, wie es bei der Polizei auf Anfrage weiter heisst. Auch die Jahresunfallstatistik Basel-Stadt gibt Aufschluss. Gab es im 2018 keinen einzigen Unfall mit E-Trottinetts, wurden 2021 elf Unfälle gemeldet.

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