Aktualisiert 30.06.2009 15:16

AppleOhne Jobs keine Stabilität

Steve Jobs ist die Schlüsselfigur für die Erfolge von iPod, Mac und iPhone. Ist der Chef ernsthaft krank oder wird er gar irrtümlich für tot erklärt, reagiert die Börse panisch. Nun ist Jobs von seiner Auszeit zurückgekehrt.

Der Big Boss ist wieder auf seinem Posten. Nach einem krankheitsbedingten Urlaub von sechs Monaten ist Jobs zurück an der Firmenspitze. Laut einem Sprecher arbeitet Jobs bereits wieder mehrere Tage pro Woche im Büro, den Rest von zu Hause aus. Angeblich soll der Apple-Übervater aber auch während seiner Auszeit an strategischen Entscheiden beteiligt gewesen sein.

Aktienkurs wird wieder von den Produkten beeinflusst

«Alleine die Rückkehr von Steve Jobs an seinen Arbeitsplatz wird zu keinem grossen zusätzlichen Kursanstieg führen. Die Apple-Aktie hat bereits vieles, was sie im Zuge der Wirtschaftskrise einbüsste, kompensiert», sagt Aktienanalyst Gabriel Bartholdi von der Zürcher Kantonalbank. Mit seinem Comeback setzt der Apple-Boss aber den Spekulationen um seinen Gesundheitszustand ein Ende. «Nun wird der Aktienkurs wieder hauptsächlich vom Erfolg der Produkte beeinflusst», so Bartholdi. Jobs' Rückkehr wirke auf die Aktie stabilisierend.

Anleger sorgten sich um Apples Zukunft

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass sich der 54-jährige vor zwei Monaten einer Lebertransplantation unterziehen musste. Noch im Januar klang es freilich noch anders: Jobs kündigte an, sich wegen einer Hormonstörung eine Auszeit zu gönnen. Als Folge fiel die Aktie um über sieben Prozent. Die Verunsicherung bei den Analysten war gross, denn sie fürchteten um die Zukunft des Elektronikkonzerns, da Jobs als Inbegriff von Apples Kreativität gilt. Sorgen hatten die Anleger auch, als der Apple-Chef wegen einer Krebserkrankung 2004 für längere Zeit ausfiel.

Steve Jobs verkörpert Apple

Dass ein Boss – wie Steve Jobs für Apple – als derart unersetzlich gilt, ist einmalig. Investoren forderten angesichts der herausragenden Rolle des Firmen-Mitgründers stets mehr Informationen über seinen Gesundheitszustand. «Jobs ist für Apple, was Mickey Mouse für Disney ist», zitiert «Financial Times Deutschland» eine Marktforscherin. Er verkörpere Apple, daher schulde das Unternehmen allen Beteiligten offene Informationen über seine Absichten.

Apple-Aktie stolz bewertet

Die Abhängigkeit Apples von der Schlüsselfigur Jobs ist laut dem ZKB-Analysten während der Auszeit von sechs Monaten indes relativiert worden. «Die Anleger hatten grosse Bedenken, ohne ihn würde es nicht gehen, was sich aber nicht bewahrheitete.» Generell gilt: Der Aktienkurs widerspiegelt die in Zukunft zu erwartenden Unternehmensgewinne. «Daher hat sich die Aktie bereits wieder erholt und ist im Vergleich mit anderen IT-Titeln stolz bewertet.»

Jobs «Tod» sorgte für Panik

Ende August 2008 sorgte die Agentur «Bloomberg» für Panik, als sie im Netz kurzzeitig – versehentlich – einen Nachruf auf Steve Jobs publizierte. Kursverluste löste im vergangenen Oktober auch die Falschmeldung über einen Herzinfarkt von Jobs aus. Die Nachricht – über die auch der Fernsehsender CNN berichtete – liess die Aktie um fast 10 Prozent einbrechen, erholte sich aber wieder, als CNN die Meldung widerrief. Beide Vorfälle heizten aber die Debatte, wann genau schwere Erkrankungen von Firmenchefs als börsenrelevante Informationen einzustufen sind, mächtig an.

(scc/sas)

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