Gotthard: Ohne Lee fehlt jede Magie
Aktualisiert

GotthardOhne Lee fehlt jede Magie

Am Freitag erscheint «Firebirth», das erste Gotthard-Album seit dem Tod von Steve Lee. 20 Minuten hat es schon gehört.

von
Niklaus Riegg
Gotthard mit Nic Maeder (M.).

Gotthard mit Nic Maeder (M.).

Der Sänger: Nic Maeder ist definitiv ein guter Rocksänger. Er ist variabler als Steve Lee, der eigentlich nur eine Art von Song konnte: die Powerballade. Doch in dieser Disziplin war Lee Weltklasse. Nic Maeder ist gut. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Der Sound: Durchschnittlicher Hard-Rock. Es gibt weltweit nur noch eine Handvoll Bands, die sich trauen, so zu klingen, als wäre immer noch 1990. Gotthard gehören weiterhin dazu. Eine musikalische Weiterentwicklung sucht man auf «Firebirth» vergeblich.

Die Lyrics: Solche Primarschultexte kann man nur auf sein Publikum loslassen, wenn man davon überzeugt ist, dass es kein Englisch kann. Lyrische Höhepunkte: Reime von «Rain» auf «Champagne» oder «Me» auf «Be».

Die Danksagung: «Steve, wo immer Du bist ... Du bist für immer in unserem Herzen» – so verabschieden sich Gotthard im Booklet von Lee. Mehr als diesen Satz sucht man vergeblich.

Das Fazit: Gotthard waren immer eine durchschnittliche Hardrockband. Aber sie hatten in Steve Lee einen charismatischen Sänger mit einem unvergleichlichen Stimmorgan. Jetzt sind sie eine durchschnittliche Hardrockband mit einem guten Sänger. Aber die Magie fehlt.

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