Lernhilfe: «Ohne Ritalin hätte ich keinen Schulabschluss»
Aktualisiert

Lernhilfe«Ohne Ritalin hätte ich keinen Schulabschluss»

Für viele Studenten gehören leistungssteigernde Medikamente zum Alltag. Ohne diese würde ein Vielfaches durch die Prüfungen rasseln.

von
Patrick Holenstein
Students.ch

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass viele Studierende zu chemischen Hilfsmitteln greifen, um sich auf Prüfungen besser vorbereiten zu können. Dies belegen mehrere Studien. Die Wirkstoffe, zu denen am häufigsten gegriffen wird, stammen aus der Neurologie oder Psychiatrie. Oft fällt der Name Ritalin.

Und unter Studienkollegen wird der Konsum von Ritalin oft unverhohlen zugegeben: «Ohne Ritalin hätte ich keinen Schulabschluss», schreibt ein anonymer User in einem Forum. Der Konsum von leistungssteigernden Präparaten ist längst keine vorübergehende Modeerscheinung mehr, sondern gehört für viele Studenten zum Uni-Alltag.

Massiv steigender Absatz

Ritalin zählt zu den Amphetamin-Derivaten und wirkt stimulierend auf den Menschen. Gedacht ist es zur Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS). In den letzten Jahren hat der Absatz von Ritalin massiv zugenommen. Deutet das auf zunehmende Zweckentfremdung hin? «Nicht unbedingt», erklärt Dr. Andreas Horvath, Psychiater und Mitglied bei der Schweizerischen Fachgesellschaft für ADHS (SFG-ADHS)und fügt hinzu: «Die Steigerung hängt damit zusammen, dass die Diagnose zu Recht immer häufiger gestellt wird. Zudem ist Ritalin nicht mehr so umstritten wie früher.» Dennoch können bei der Einnahme des Medikaments zahlreiche Nebenwirkungen auftreten.

Nebenwirkungen sind massiv

Horvath erklärt, dass die Nebenwirkungen sehr unterschiedlich sein können. Diese beginnen bei Unwohlsein und können über Nervosität bis zu Herzrasen gehen und in Extremfällen sogar schwerwiegende psychische Symptome wie Paranoia auslösen. Besondere gefährlich ist die Kombination mit Lifestyle-Drogen oder Alkohol. Dann lässt sich die Wirkung nicht vorhersagen. «Absolut niemals sollte man Ritalin und Kokain mischen, das kann zum Kreislaufkollaps führen», betont Horvath. Studien besagen ausserdem, dass Ritalin bei Menschen, die nicht an ADHS erkrankt sind, nur eine sehr schwache Wirkung hat. Horvath betätigt das: «Es ist bisher nicht ausreichend erforscht, welche Wirkung Ritalin bei gesunden Menschen hat. Allerdings dürften die Konsumenten sich wacher fühlen, was mit einer Steigerung der Konzentration gleichgesetzt wird.»

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