Jeff Saibene: «Ohne Streller läuft nichts beim FCB»

Aktualisiert

Jeff Saibene«Ohne Streller läuft nichts beim FCB»

Der FC St. Gallen macht der Liga Mut und zeigt, wie man den Serienmeister schlägt. Das Wie hingegen klingt etwas sehr einfach.

von
Eva Tedesco

Das 2:0 zur Pause war korrekt auf der Anzeigetafel. Was hingegen falsch schien, waren die Positionen der beiden Zahlen auf dem Totomat. Stets war der FCB in den ersten vier Runden der Saison mit einem 2:0 in die Pause gegangen. Diesmal lagen die Basler aber 0:2 zurück. Albert Bunjaku hat mit seinem Doppelschlag innert vier Minuten verursacht, dass die Zahlen verkehrt rum standen. Am Ende haben die Espen der Liga gezeigt, dass man auch in Basel gewinnen kann.

Entsprechend in Partylaune machten sich die Ostschweizer auf den langen Heimweg, auf dem es «sicher ein Bierchen gibt», wie Roberto Rodriguez sagte, denn schliesslich «gewinnt nicht so schnell einer in Basel». Dem FC St. Gallen war das zuletzt im April 2002 gelungen. Das erste und einzige Mal im neuen St.-Jakob-Park. Für Trainer Jeff Saibene war es der zweite Sieg im 13. Anlauf (4 Remis, 7 Niederlagen) gegen den FCB. Aber seine Premiere im Joggeli.

Das Rezept für Nachahmer

Für mögliche Nachahmer erklärte Saibene schon mal das Wie: «Das war speziell. Denn ich habe eine Analyse nach dem Aarau-Match ganz weggelassen und den Fokus direkt auf das Spiel in Basel gelegt. Ich habe Aarau nicht einmal erwähnt, dafür sind wir seit drei Tagen am Videos studieren. Das heisst, wir haben erst ein Video angesehen, dann sind wir direkt auf den Platz, um das umzusetzen, was wir uns angeschaut haben. Am Donnerstag haben wir wieder Videos analysiert und uns sehr gut vorbereitet. Aber man kann sich noch so gut vorbereiten, es nützt nichts, wenn die Mannschaft dann nicht umsetzt, was sie tun soll. Diesmal hat sie es fantastisch gemacht.»

Saibene weiter: «Das war schon meine Vorstellung vor dem Spiel, aber damit es auch klappt, braucht man etwas Glück, obwohl wir das am Donnerstag gar nicht so sehr gebraucht haben. Und: Ohne Streller läuft bei Basel nichts. Dennoch ist es ein verdienter Sieg. So macht das schon Spass.» Dafür, dass dem Trainer das Lachen nicht verging, sorgte einerseits Torschütze Bunjaku («so ein Spieler hat uns letzte Saison gefehlt») und andererseits Goalie Marcel Herzog, der mit starken Paraden gegen Kakitani (72.) und Giovanni Sio (83.) den Dreier festhielt.

Ex Basel-Goalie hält den Sieg fest

«Als gegnerischer Goalie in Basel kommt es selten vor, dass man wenig zu tun hat - und dann musst du bereit sein. Ich bin wirklich froh, dass mir das gelungen ist», sagt Herzog. «Aber auch ein riesiges Kompliment an die Mannschaft, denn wir sind in der Pause zusammengesessen und haben uns gesagt, dass wir noch nichts erreicht haben, gar nichts. Aber auch, dass wir etwas Geiles schaffen können. Wir wollten das 2:0 unbedingt über die Runden bringen.»

Herzog: «Der Trainer hat zu uns gesagt: 'Geht raus und gewinnt das Spiel'. Wir haben gewusst, dass wir sehr kompakt stehen müssen und in der Defensive überhaupt keinen Fehler machen dürfen, weil das von Basel gnadenlos bestraft wird. Wir haben auch nicht viele Fehler gemacht, und wenn, dann war gleich einer da, um auszuhelfen. Genau das bedeutet Mannschaftsleistung. Man kann nicht immer nur davon reden, man muss es auch machen.»

PS: Für die Basler Konkurrenz in der Liga zusammengefasst: Mit einer kompakten Defensive, Mut und Überzeugung ist auch dem FCB beizukommen - wenn Streller fehlt und Rotblau einen nicht ganz guten Tag hat.

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