Aktualisiert 05.09.2006 18:10

Ohne The Neptunes: Kelis floppt – Timberlake hebt ab

Sie sind die Coolen des Pop-Business: Kelis und Justin Timberlake. Am Freitag veröffentlichen beide ein neues Album – erstmals ohne ihre bisherigen Hit-Produzenten The Neptunes. Nun müssen sie zeigen, was sie ohne die Erfolgsgaranten wert sind.

Mit seinem Solo-Debüt bewies Justin Timberlake vor vier Jahren, dass er nicht nur das Boygroup-Bubi ist. Dank soliden Hits wie «Señorita» oder «Rock Your Body» und erstklassigen Tanzeinlagen wurde er teilweise als «neuer Michael Jackson» bezeichnet.

Bei Justin kommt das zweite Album heraus – da ist Kelis schon weiter: Die New Yorkerin veröffentlicht mit «Kelis Was Here» bereits ihre vierte Scheibe. Liiert mit Rap-Gott Nas ist sie dafür berüchtigt, allen R&B-Püppchen die Stirn bieten zu können. Auf den bisherigen Platten war Kelis tough und funky und bekannt für ihre gute Nase für klasse Songs. Doch ihr neues Album ist eine herbe Enttäuschung: Völlig flach plätschert die Scheibe am Hörer vorbei. Kelis kämpft sich konzept- und inspirationslos durch das überlange Album.

Ganz anders Timberlakes neue Scheibe «Futuresex/Lovesounds»: Produziert von Missy Elliots Hausproduzent Timbaland zeigt Justin der Popwelt einmal mehr, wo der Hammer hängt. Kein anderer Mainstream-Künstler croont so cool über die brummenden Beats – dieser bleiche Junge hat den Soul mit grossen Löffeln gegessen. Und wer hätte gedacht, dass er ohne Style-Ziehvater Pharrell Williams derart auftrumpfen kann? Egal ob «Sexy Ladies», «My Love» oder «Chop Me Up» – Justins Album ist gefüllt mit potenziellen Hit-Singles.

Niklaus Riegg

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