Bevölkerungsentwicklung: «Ohne Zuwanderung würde Basel schrumpfen»
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Bevölkerungsentwicklung«Ohne Zuwanderung würde Basel schrumpfen»

Nur dank der Zuwanderung kann Basel in den nächsten 20 Jahren wachsen. Das beschert dem Kanton nicht nur gute Steuererträge, sondern auch eine jüngere Bevölkerung.

von
mak
Basel wächst dank den Ausländern. Jährlich entstehen darum zwischen 400 und 500 neue Wohneinheiten. Im Bild: das neue Erlenmattquartier.

Basel wächst dank den Ausländern. Jährlich entstehen darum zwischen 400 und 500 neue Wohneinheiten. Im Bild: das neue Erlenmattquartier.

Basel wird grösser. Bis ins Jahr 2035 wird die Wohnbevölkerung im Kanton von aktuell 196'000 auf 208'000 Personen anwachsen. Dies entspricht einer Zunahme von 12'000 Personen oder sechs Prozent. Auch der Ausländeranteil in der Stadt wird zunehmen, von heute 35 auf 38,5 Prozent. Die Zahlen entsprechen dem mittleren Szenario, das das Statistische Amt Basel-Stadt errechnet hat.

Zuwanderer halten Basel jung

«Ohne die Zuwanderung von Ausländern würde Basel schrumpfen, da immer noch Schweizer aus Basel abwandern und die Geburtenrate die Sterberate nicht übersteigt», sagt Lukas Mohler vom Statistischen Amt Basel-Stadt. «Von den Zuzügern sind zwei Drittel junge Fachkräfte aus dem Ausland. Der Rest ist oft Familiennachzug», ergänzt Thomas Kessler, Leiter Stadtentwicklung beim Präsidialdepartement.

Basel wird nicht nur grösser, sondern auch älter. Bis 2035 werden rund 36 Prozent der Menschen über 64 Jahre alt sein. Heute sind es 31 Prozent. Die Restschweiz wird im gleichen Zeitraum aber wesentlich älter. 2035 werden im Landesschnitt 46 Prozent der Bevölkerung nicht mehr im Erwerbsalter sein. In Basel ist es der verhältnismässig hohe Anteil an ausländischen Fachkräften, der die Bevölkerung jünger als in der übrigen Schweiz hält.

Ausländer bezahlen mehr Steuern

Die Zugewanderten seien meist gut ausgebildet und gehörten zu einem globalen Talente-Pool. «Die Schweiz kann die Nachfrage der Pharmaindustrie an qualifizierten Fachkräften nicht alleine decken», so Kessler. Das wird auch in Zukunft so sein. Die guten Löhne der Zugewanderten spürt auch die Stadt: «Bereits heute bezahlen die Ausländer im Schnitt mehr Steuern als die Schweizer.»

Die Zugewanderten würden laut Kessler auch helfen, einzelne Quartiere aufzuwerten. «Die klassischen Arbeiterquartiere, wie das Gundeli oder das Matthäus, sind bei Migranten sehr beliebt.» Was ein Schweizer als Lärmemission empfinde, sei für Ausländer oft Teil des Stadtlebens. Angst vor reinen Ausländerquartieren hat Kessler nicht: «Jedes Quartier hat seinen eigenen Charakter. Aber durch die Aufwertungen kommen auch wieder vermehrt Schweizer Familien in Arbeiterquartiere zurück.»

«Luftwerte wie in Davos»

Ein wichtiger Faktor, damit auch in Zukunft ausländische Arbeitskräfte nach Basel kämen, sei die Lebensqualität im Kanton. Diese ist laut Kessler exzellent. «Wir haben Luftwerte, die jenen von Davos entsprechen. Ausserdem haben die Basler einen extrem kurzen Arbeitsweg im internationalen Vergleich, das steigert die Standort-Attraktivität.»

Doch es gibt auch Herausforderungen. Durch die Zuwanderung müssen jedes Jahr 400 bis 500 neue Wohneinheiten zur Verfügung gestellt werden. «Wir sind da aber auf sehr gutem Weg», meint der Stadtentwickler.

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