Aktualisiert 09.07.2006 23:14

Ohren- und Augenschmaus für Black-Music-Freunde

Das Wochenende in der Miles Davis Hall stand ganz im Zeichen der Black Music mit all ihren Facetten.

Ein aufgehender Stern eröffnete den Freitagabend. Der Amerikaner Martin Luther – er durchsetzt Soul mit Rock und R'n'B – gab rasch einen mitreissenden Vibe vor, der die brechend volle Halle während Stunden dominieren sollte.

Mit einer Gitarre bewaffnet liess der charismatische Sänger einen Liebesregen auf das Publikum niederprasseln, der immer wieder von energischen Solo-Blitzen durchbrochen wurde. Überaus beeindruckend war dabei die gewichtige Dame am Schlagzeug, deren endlos groovende Rhythmen das Rückgrat einer mitreissenden Show bildeten.

Etwas ruhiger ging sein Landsmann Neo-Soul-Superstar Bilal seine Aufgabe an: Mit samtener Stimme sang er dem Publikum die Knie weich und erfüllte die Halle mit seiner knisternden Erotik. Nicht ganz unschuldig daran waren seine Background-Sängerinnen, deren Hüftschwung bis in die hintersten Ecken wohlige Schauer verursachten.

Am Samstag kamen die Freunde abstrakterer Sounds auf ihre Kosten: Turntablism war angesagt, und mit Kid Koala und Q-Bert standen DJs auf der Bühne, die aus Scratches und Cuts einen eigenen Musikstil kreierten. Sie zeigten, mit welcher Virtuosität Plattenspieler als Instrumente verwendet werden können.

Der Brasilianer Amon Tobin beschloss den Abend schliesslich mit einem kompromisslosen DJ-Set. Dabei schlug er dem Publikum von abstrakten Funk-Skeletten bis zu härtestem Drum'n'Bass alles um die Ohren, was Innovatoren der abstrakten Beatkunst wie er im Köcher haben.

Thomas Nagy

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