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Nie mehr leidenOhrwürmer lassen sich mit Kaugummi bekämpfen

Irgendwann wird jeder Ohrwurm zur Qual. Doch so weit muss es nicht kommen. Denn Forscher haben eine Lösung gefunden.

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Die Lösung gegen Endlosschleifen im Kopf heisst Kaugummi kauen.

Die Lösung gegen Endlosschleifen im Kopf heisst Kaugummi kauen.

Warum und in welchen Momenten sich manche Melodien in unseren Köpfen einnisten, ist bekannt. Doch wie man die unliebsamen Ohrwürmer wieder loswird, daran scheiden sich die Geister. Ein Patentrezept gab es bislang nicht.

Doch nun melden Forscher um Philip Beaman von der University of Reading, ein Mittel gefunden zu haben. Die Lösung klingt kurios, wirkt aber laut den Experten äusserst effektiv. Sie lautet: Kaugummi kauen.

Kauen als Gegenmittel

Die Kaubewegungen suggerierten dem Gehirn nicht nur, dass man etwas zwischen die Zähne bekommt, sondern auch dass man etwas vor sich hinmurmelt. Diese sogenannten Subvokalisationen beeinflussten das akustische Kurzzeitgedächtnis und unterdrückten die Erinnerung an andere auditive Reize wie beispielsweise Ohrwürmer, schreiben Beaman und seine Kollegen im «Quarterly Journal of Experimental Psychology».

Für ihre Studie spielten die Forscher insgesamt 98 Probanden besonders einprägsame Lieder vor, darunter David Guettas «Play Hard» und «Payphone» von Maroon 5.

Vorsicht, bei «Play Hard» droht ein Ohrwurm. (Video: Youtube/David Guetta)

Auch «Payphone» bleibt gerne einmal im Ohr hängen. (Video: Youtube/Maroon5VEVO)

Anschliessend sollten die Probanden drei Minuten lang versuchen, nicht an die Musikstücke zu denken. Dabei kaute eine Gruppe Kaugummi, eine andere trommelte mit den Fingern und eine dritte tat nichts. Jedes Mal, wenn die Testpersonen trotzdem die zuvor gehörte Melodie in ihrem Kopf hörten, sollten sie eine Taste drücken.

Dabei zeigte sich, dass sich bei den Kaugummi-Kauern tatsächlich deutlich seltener ein Ohrwurm einstellte. Auch das Fingertrommeln half bei der Unterdrückung der Melodien jedoch bei Weitem nicht so gut. In verschiedenen Testgruppen reduzierte dieses den Ohrwurm um etwa 30 Prozent.

Aufgrund dieses signifikanten Ergebnisses nehmen Beaman und seine Kollegen an, dass sich womöglich auch andere unwillkommene Gedanken mit den Kaugummis vertreiben lassen könnten. Möglicherweise könnten sich so sogar Symptome von Zwangsstörungen abmildern lassen. Doch dafür sei weitere Forschung notwendig.

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