Eigener SBB-Waggon: Oliver Valdez rollt quer durch die Schweiz

Aktualisiert

Eigener SBB-WaggonOliver Valdez rollt quer durch die Schweiz

Seit heute fahren drei SBB-Waggons durch die Schweiz, die ins Auge stechen. Sie tragen die Namen von drei Schweizern, die sich in einem Wettbewerb durchsetzen konnten.

von
Vroni Fehlmann

Wie fühlt man sich, wenn man einen Zug besitzt? Drei Schweizer können diese Frage jetzt ganz genau beantworten: «Glücklich!» «Stolz.» «Megacool.» Oliver Valdez, Jérémie Saviaux und Cornelia Rustige können ab jetzt in ihrem ganz persönlichen SBB-Wagen pendeln. Sie sind die Gewinner einer Aktion im Rahmen der «Unterwegs zuhause»-Kampagne und waren am Dienstag im Zürcher HB bei der Taufe ihres Waggons dabei.

Dass sie tatsächlich eines Tages neben ihrem Namen auf einem SBB-Wagen stehen würden, hat niemand von ihnen wirklich erwartet. Am wenigsten wohl der acht Monate alte Oliver Valdez. Der jüngste Gewinner hat mit seinem Foto, das ihn auf der Zugsreise von Zürich nach Bern bei seinem ersten erfolgreichen Stehversuch zeigt, über hundert Likes sammeln können. Jetzt steht sein Name anstelle des SBB-Schriftzugs auf einem Waggon.

Vom Witz zum Waggon

Seinen Eltern - beide fleissige Zugfahrer - freuen sich sichtlich über das riesige Geschenk für ihren kleinen Sohn. Andere Kleinkinder müssen sich schliesslich mit Spielzeug-Zügen zufriedengeben. «Wir werden jetzt jedes Mal ein Foto von ihm neben dem Wagen machen, wenn wir ihn irgendwo an einem Bahnhof sehen», so sein Vater. Oliver werde sich sicher darüber freuen, wenn er älter sei. Im Moment hält sich seine Freude jedoch noch in Grenzen: Laut seinem Vater hasst der kleine Gewinner das Reisen in Zügen und Autos.

Davon kann bei Jérémie Saviaux keine Rede sein. Der 14-Jährige ist richtig stolz auf seinen Gewinn. «Meine Freunde sind ein bisschen eifersüchtig», so der junge Mann aus Grandvaux VD. Sein Siegerfoto war ursprünglich als Witz gedacht. Jérémies Bruder hatte ihn im Oktober 2013 im Zug von Grandvaux nach Lausanne fotografiert, als er ein SBB-Plakat nachstellte. Als er vom Wettbewerb erfuhr, lud er es auf der Seite des Unternehmens hoch. Und am Dienstag stand er schliesslich vor einem Waggon, der seinen Namen trägt und im Innern mit seinem Bild dekoriert ist. «Selbst mit noch so viel Geld kannst du dir keinen Zugwagen kaufen, auf dem dein Name steht», sagt der glückliche Gewinner.

Aktion war Premiere

«Das ist abgefahren», findet auch Cornelia Rustige, die Dritte im Siegerbund. Die Freizeit-Pendlerin hätte nie damit gerechnet, dass sie tatsächlich gewinnen würde. «Ich habe einfach fleissig Werbung gemacht», sagt sie über ihre Sieger-Strategie. Das hat offenbar geklappt, ab jetzt sind ihr Name und ihr Foto während zwei Monaten in der ganzen Schweiz unterwegs. «Ich habe meinen Freunden schon gesagt, dass sie ein Selfie machen sollen, wenn sie meinen Wagen sehen.»

Selbst bei der SBB war man über das grosse Interesse am Wettbewerb überrascht. Über 1200 Fotos waren für die «Unterwegs zuhause»-Kampagne eingegangen. Die Bilder wurden als Plakat abgedruckt und in den Zügen aufgehängt. Wegen des grossen Echos startete das Unternehmen einen zweiten Wettbewerb. Der Gewinn: ein eigener Waggon.

«Es war das erste Mal, dass wir das gemacht haben», sagt Jeannine Pilloud, Leiterin von SBB Personenverkehr. Als die Gewinner von ihrem Glück erfahren hätten, seien sie total begeistert gewesen. Als Andenken wurde ihnen deshalb ihr Foto als Plakat überreicht. Ob die Aktion wieder einmal stattfinden wird, hält Pilloud offen. «Die Möglichkeit besteht durchaus.»

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