Messerattacke in Glarus: Olivia H. hat gestanden
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Messerattacke in GlarusOlivia H. hat gestanden

Am Samstag schlitzte sie mit dem Messer dem 26-jährigen Marc V. die Kehle auf. Nun hat die 28-jährige Hilfsarbeiterin die Tat gestanden. Das Tatmotiv: Eifersucht.

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mlu/amc

Rund 20 Gäste hielten sich am Samstag in der Glarner Kellerbar «Amigos del Sound» auf, als plötzlich das Unfassbare passierte: Mit einem Klappmesser stürmt die 28-jährige Olivia H. auf Marc V. los und schlitzt ihm die Kehle auf. Trotz sofortiger Rettungsmassnahmen verblutet der 26-Jährige innert kürzester Zeit und stirbt noch am Tatort. Die 28-jährige Täterin und ihr Begleiter versuchen in der Folge zu flüchten, können aber von Gästen festgehalten werden.

Olivia H. und das Opfer waren kein Paar

Die 28-jährige Schweizerin gestand inzwischen bei der polizeilichen und verhöramtlichen Einvernahme die Tat vom vergangenen Samstag. Laut Polizeimitteilung stellte die von einem Schweizer Ehepaar adoptierte, gebürtige Brasilianerin als Tatmotiv Eifersucht in den Vordergrund. Ob die Tat von langer Hand geplant war, oder die 28-Jährige den Entschluss spontan fasste, ist noch unklar.

Klar ist hingegen, dass Olivia H. nicht mit Marc V. eine Beziehung pflegte, sondern - wie verschiedene Medien bereits berichtetn - mit der Freundin des Opfers eine «freundschaftliche Beziehung» hatte, wie die Polizei schreibt. Laut Polizei verneinte H., jemals mit dem Opfer befreundet gewesen zu sein. Zu welchem Zeitpunkt der Tatentschluss gefasst worden sei, war zunächst nicht restlos geklärt und Gegenstand von weiteren Ermittlungen.

Rolle des Begleiters noch unklar

Ebenfalls unklar ist die Rolle des Begleiters von Olivia H. Gemäss Polizei stammt die Tatwaffe vom 25-jährigen Schweizer und gelangte «kurz vor der Tat» in den Besitz von Olivia H. Ob er ihr das Messer vor dem Lokal gab oder ob sie es ihm genommen hat, ist noch unklar, sagt Polizeisprecher Hanspeter Eicherweil. «Die Aussagen der beiden Personen sind widersprüchliche.» Sicher ist bisher, dass der Tatbeteiligte sich «zum Zeitpunkt der Attacke» vor der Tür befand und nicht im Lokal war, sagt Eicher. Er sei erst nach der Bluttat ins Lokal gekommen, habe die Tatwaffe aufgehoben und versucht sie «loszuwerden», so Eicher.

Der 25-jährige Tatbeteiligte musste nach der Tat suizidgefährdet in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Inzwischen befinden sich aber sowohl der Messerbesitzer wie auch Olivia H. in Untersuchungshaft in Glarus. Die Ermittlungen gegen sie laufen immer noch an. Die Polizei erhofft sich aus den Blut- und Urinuntersuchungen betreffend Alkohol- und Drogenkonsum neue Erkenntnisse, noch liegen deren Resultate aber nicht vor.

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