Olten: Bauverbot für Minarett
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Olten: Bauverbot für Minarett

Der Türkisch-kulturelle Verein Olten darf auf seinem Gebetshaus in Wangen bei Olten SO kein symbolisches Minarett errichten.

Der Türkisch-kulturelle Verein Olten darf auf seinem Gebetshaus in Wangen bei Olten SO kein symbolisches Minarett errichten. Dies hat die Baukommission am Dienstagabend entschieden. Der Verein will den Beschluss anfechten.

Die Kommission begründete ihren ablehnenden Entscheid damit, dass ein Minarett dem Zweck der Nutzungszone widersprechen würde. Das bestehende Gebetshaus liegt in der Gewerbezone. Mit dem Minarett erhielte das Gebäude den Charakter eines Sakralbaus, sagte Bauverwalter Max Zülli gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Falsche Bauzone - Muslime enttäuscht

Die bestehenden Kirchen hingegen liegen in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Diesbezüglich gehe es um die Rechtsgleichheit, so Zülli. Sakralbauten anderer Glaubensgemeinschaften seien gleich zu behandeln und deshalb in der Gewerbezone nicht zugelassen. Auch entspreche das Bauvorhaben nicht dem kantonalen Recht über Dachaufbauten und Gebäudehöhe.

Vereinssprecher Süleyman Osmanof zeigte sich enttäuscht über den negativen Entscheid. Er kündigte an, dass der Verein den Entscheid anfechten werde. Nächste Entscheidungsinstanz ist das kantonale Bau- und Justizdepartement.

SVP sammelte Unterschriften

In der 4700-Seelen-Gemeinde sorgt das Minarett-Projekt seit Monaten für rote Köpfe. Gemäss dem vergangenen September publizierten Baugesuch plant der Türkisch-kulturelle Verein, auf seinem Gebetshaus ein sechs Meter hohes Minarett ohne Lautsprecher zu errichten.

Innert weniger Tage sammelte ein SVP-Lokalpolitiker fast 400 Unterschriften gegen das Projekt und warnte vor einer ·schleichenden Unterwanderung durch den Islam·.

«Religionsfrieden gefährdet»

Auch die reformierte und die katholische Kirchgemeinde erhoben Einsprache. «Bei der Minarettfrage sehe ich den Religionsfrieden gefährdet», hatte der reformierte Pfarrer in einem Interview im ·Oltner Tagblatt· erklärt.

FdP-Gemeindepräsident Beat Frey hatte sich angesichts der Opposition bereits im Vorfeld öffentlich gegen das Bauvorhaben ausgesprochen. Max Zülli betonte gegenüber der SDA, dass sich die Baukommission rein baurechtlichen Kriterien gewidmet habe und sich vom öffentlichen Druck nicht habe beeinflussen lassen. (sda)

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