Aktualisiert 19.10.2004 20:39

Olten: Freier ins Theater statt auf den Strich

«Schliessung des Strassenstrichs – wir freuen uns stattdessen auf ihren Besuch im Stadttheater.» Mit dieser Parole möchte die FDP Olten die Freier fernhalten – und die Sündenmeile abschaffen.

«Die Freier könnten sich doch in einem anderen Kulturbereich verlustieren», schmunzelt Daniel Vögeli von der FDP. Doch die Partei meint es ernst mit der Abschaffung des Strichs und hat einen politischen Vorstoss eingereicht: «Durch die Duldung des längsten Strassenstrichs der Schweiz fördern wir ein schlechtes Image für unsere Stadt», ärgert sich Vögeli. Er wirft dem Oltener Stadtrat vor, alles zu tun, um den Strich zu erhalten.

«Diese Behauptung weise ich weit von mir», kontert die Stadträtin für öffentliche Sicherheit, Doris Rauber (SP). Es sei auch ihr Ziel, dass der Strassenstrich längerfristig aus Olten verschwinde. Bei einem Schnellschuss aber würden sich die Probleme in die Wohnquartiere verlagern.

Der Strassenstrich befinde sich in einer Entwicklungszone, berichtete die «Solothurner Zeitung»: Die Oltener Gerolag plant dort einen Businesspark mit 400 Arbeitsplätzen. «Der Strassenstrich wirkt abstossend für künftige Mieter und Angestellte», erklärt die Direktion der Gerolag. Sie verlangt vom Stadtrat endlich Taten. «Sonst wird das Projekt von den Investoren zurückgezogen.»

Denise Schneitter

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