Aktualisiert 08.03.2013 15:04

Schlimme FolgenOltens Ronny Keller bleibt gelähmt

Der Eishockeyspieler Ronny Keller wird nie mehr gehen können. Er ist nach dem schlimmen Unfall im Spiel zwischen Olten und Langenthal querschnittgelähmt.

von
heg

Ronny Kellers Sturz in die Bande beim NLB-Playoff-Halbfinalspiel zwischen Olten und Langenthal hat fatale Folgen: Der 33-jährige Eishockeyspieler wird gelähmt bleiben.

«Die Folge der schweren Verletzung des 4. Brustwirbels wird eine bleibende Querschnittlähmung sein», teilt das Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil mit. Keller wurde in der Nacht auf Mittwoch operiert und befindet sich auf der Intensivstation, die er in den nächsten Tagen voraussichtlich verlassen kann. Er ist wach, ansprechbar und über die Folgen des Unfalls informiert. Kopf- oder Hirnverletzungen liegen keine vor.

3. Spiel der Serie findet statt

Die Halbfinal-Serie zwischen den Mittelländer Rivalen Langenthal und Olten geht am Freitag wie geplant in die dritte Runde. Die Mehrheit der Oltner Spieler hat sich dafür entschieden, das Duell mit dem Rivalen fortzusetzen.

Oltner Verteidiger nach Horror-Check gelähmt?

Langenthal teilte mit, dass Schnyder, unabhängig vom Entscheid des Einzelrichters und des weiteren sportlichen Verlaufs, in der Halbfinal-Serie nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Der 29-jährige Zürcher wird psychologisch betreut.

Ein Fall für den Einzelrichter

Kellers wuchtiger Aufprall, kopfvoran in die Bande, wird Einzelrichter Reto Steinmann beschäftigen. Steinmann muss festlegen, ob die regelwidrige Aktion von Stefan Schnyder (Check gegen die Bande), die am Dienstag mit einer Fünfminuten- und einer Spieldauerdisziplinarstrafe geahndet worden war, allenfalls noch eine Sperre rechtfertigt. Die Fernsehbilder zeigen aber, dass Schnyder kaum Verletzungsabsicht unterstellt werden kann. Vielmehr trug eine Verkettung unglücklicher Umstände zu Ronny Kellers Lähmung bei.

Erinnerungen an 1995 werden wach

Fakt ist, dass das Schweizer Eishockey mit dem tragischen Unfall zum zweiten Mal in der Neuzeit die Querschnittlähmung eines Profispielers zu beklagen hat. Vor etwas mehr als 18 Jahren, Anfang Dezember 1995, war es in Lugano zu einer ähnlichen Tragödie gekommen. Dann, als Pat Schafhauser nach einem an sich korrekten Check von Oliver Roth regungslos liegenblieb. Der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger wurde von einer Rückenmarksverletzung zwischen dem sechsten und siebten Halswirbel in den Rollstuhl gezwungen. Mittlerweile ist Schafhauser in den USA als Highschool-Eishockeycoach tätig. (heg/si)

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