Mit 96 km/h durch 60er-Zone: Oltner Polizeichef ist ein Raser - Fahrausweis weg

Aktualisiert

Mit 96 km/h durch 60er-ZoneOltner Polizeichef ist ein Raser - Fahrausweis weg

Nach dem neuen Zürcher Polizei-Kommandant gerät nun auch der Oltner Polizeichef wegen Verkehrsdelikten mit dem Gesetz in Konflikt. Er ist mit 96 Stundenkilometern durch eine 60er-Zone gerast.

Der Interimschef der Oltner Stadtpolizei, Ulrich Pfister, ist seinen Führerausweis los. Er fuhr vor drei Wochen mit 96 Kilometern pro Stunde (km/h) durch einen Bereich, in dem nur 60 km/h erlaubt sind. Der Vorfall ereignete sich auf der Strasse über den Passwang.

Pfister bestätigte gegenüber dem Lokalsender Tele M1, dass er nach Abzug der Sicherheitsmarge noch 31 km/h zu schnell unterwegs war. Pfister bleibt vorerst im Amt. Die Oltner Polizeivorsteherin, Iris Schelbert (Grüne), will sich vor Abschluss des Strafverfahrens nicht zu den möglichen Konsequenzen äussern.

Pfister sei derzeit Polizeichef ad interim und Daniel Bürki, der neue Chef der Oltner Stadtpolizei, trete sein Amt am 1. August an, sagte Schelbert gegenüber Tele M1. Welche Stellung Pfister danach einnimmt, werde erst entschieden, wenn das Verfahren abgeschlossen sei.

Pfister orientierte Polizeivorsteherin unverzüglich

Sie sei von Ulrich Pfister unmittelbar nach dem Vorkommnis orientiert worden, sagte Schelbert auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Sie habe danach den Stadtrat, die Mitarbeiter und die Kommission für öffentliche Sicherheit informiert.

Wegen des laufenden Strafverfahrens habe man darauf verzichtet, die Öffentlichkeit zu informieren, sagte Schelbert weiter. Pfister habe den Führerausweis sofort abgegeben. Er könne seine Aufgabe auch so erfüllen.

Auch andere Polizeichefs im Visier der Justiz

Pfister ist nicht er erste Polizeichef, der mit dem Strassenverkehrsgesetz in Konflikt gerät. Der neue Kommandant der Zürcher Stadtpolizei, Daniel Blumer, wurde vor kurzem wegen Rechtsüberholens auf der Autobahn und Fahrens mit ungenügendem Abstand schuldig gesprochen.

Einen Verkehrssünder als Kommandanten hatte auch die Kantonspolizei Aargau. Stephan Reinhardt trat im Juli 2012 zurück, nachdem mehrere Verkehrsdelikte an die Öffentlichkeit gelangt waren.

So musste er etwa seinen Ausweis wegen zu schnellen Fahrens abgeben, auch war er betrunken Motorrad gefahren. Im Gegensatz zu Blumer hatte er bei seiner Anstellung im Jahr 2008 jedoch seine Delikte verschwiegen.

Auch die Schaffhauser Polizei beschäftigt einen Verkehrssünder. Stabschef Adrian Türler wurde zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt, weil er im Jahr 2011 die Verkehrsregeln grob verletzte. Er überquerte auf einer Autobahn eine doppelte Sicherheitslinie, eine Sperrfläche und fuhr gar auf dem Pannenstreifen. (sda)

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