Promis im Sport: Olympia als Spielplatz für Musiker und Royals

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Promis im SportOlympia als Spielplatz für Musiker und Royals

Vanessa Mae darf an die olympischen Spiele als Skifahrerin. Chancen auf einen guten Platz hat sie keine, doch dieses Los hielt schon andere Promis nicht von einer Teilnahme ab.

Die elfengleiche Geigerin Vanessa Mae wird in Sotschi Ski-Abhänge hinunterrasen. Die 35-Jährige hat sich für die Olympischen Spiele qualifiziert. Und Mae ist nicht der erste Promi, dem das gelingt.

Klassische Musik und Profi-Sport – passt das zusammen? Na klar, findet Vanessa Mae. Die weltbekannte Geigerin wird bei den Olympischen Winterspielen ihre Abendrobe gegen einen Skianzug tauschen. Im russischen Sotschi tritt die 35-Jährige im Slalom für Thailand, das Heimatland ihres Vaters, an.

Sonst lässt die zierliche Musikerin, die in London aufwuchs, ihre Hände über die Saiten einer Geige gleiten. Dass Mae mit ein paar Skistöcken einen Abhang hinunterrast, ist schwer vorstellbar. Tatsächlich passiert es recht selten, dass prominente Musiker oder Schauspieler an Olympiaden oder Weltmeisterschaften teilnehmen.

Costa Cordalis zählt zu diesen Raritäten. Der Schlagerstar war mit seinem Hit «Anita» schon lange bekannt, als er 1985 bei den Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld (Tirol) teilnahm. Im 30-Kilometer-Langlauf fuhr er als 75. durchs Ziel – und belegte den letzten Platz. Mit dem Sport hatte er angeblich 13 Jahre zuvor wegen einer Filmrolle begonnen.

Bob, Segeln und Reiten

Unter der royalen Prominenz kommen sportliche Karrieren schon häufiger vor. Albert II., Fürst von Monaco, fuhr bei mehreren Olympiaden im Bob. Die britische Prinzessin Anne, Tochter von Queen Elisabeth, trat in den 1970er Jahren im Reiten an. Ausserdem scheint Segeln unter den Hoheiten ziemlich beliebt zu sein. In dieser Sportart machten sich zum Beispiel König Juan Carlos von Spanien und Prinz Frederik von Dänemark einen Namen.

Zwischen den royalen Sportlern und Geigen-Star Mae gibt es allerdings einen grossen Unterschied: Die Musikerin setzt mit ihren Olympia-Ambitionen ihren eigentlichen Job aufs Spiel. Wenn sie sich an den Händen verletzt, kann die 35-Jährige vielleicht nie wieder Geige spielen. Schwer vorstellbar, dass beispielsweise Prinzessin Anne mit gebrochenem Fuss nicht mehr Prinzessin hätte sein können.

Mae ist sich der Gefahr bewusst. «Natürlich besteht das Risiko, dass ich mir etwas breche», sagte sie kürzlich der BBC. «Aber das Leben ist kurz und man muss alles mitnehmen.» Für die Olympia-Qualifikation habe sie sich ein Jahr Auszeit genommen und sich nur noch aufs Ski-Training konzentriert, berichtet der Sender.

Quotenregel sei Dank

Trotz des Engagements: Die Musikerin verdankt ihre Teilnahme in Sotschi einer Art Quotenregel. Auf der Weltrangliste belegt sie momentan Platz 3166 – eigentlich viel zu schlecht für Olympische Spiele. Aber: Das Olympische Komitee will möglichst viele Nationen bei den Spielen dabei haben – und Mae startet für den Ski-Exoten Thailand.

Deshalb musste die Musikerin nur bei ein paar offiziellen Rennen antreten und dabei eine bestimmte Punktzahl unterschreiten. Das hat sie haarscharf geschafft. Für ihre Konkurrentinnen Maria Höfl-Riesch und Mikaela Shiffrin ist die Star-Geigerin aber mit Sicherheit keine Gefahr.

Ein erfolgloser Olympia-Bewerber ist übrigens Moderator Stefan Raab. 2002 beantragte der Blödel-Barde sogar die Moldawische Staatsbürgerschaft, um in Salt Lake City (USA) als Langläufer an den Start gehen zu können. Angeblich hatte er einen vorläufigen Pass schon in der Tasche – dann setzte ihn das Moldawische Olympische Komitee aber doch nicht auf die Nominiertenliste.

Raab gab sich gewohnt kämpferisch. «Als Sportler gebe ich mich dennoch nicht geschlagen», liess er mitteilen. «Das sind ja nicht die letzten Olympischen Spiele in diesem Jahrzehnt.» Zumindest war es bisher seine letzte Olympia-Bewerbung. (sda)

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