Olympia in der Schweiz - eine Illusion?
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Olympia in der Schweiz - eine Illusion?

Erst zwei mal sind in der Schweiz Olympische Spiele ausgetragen worden: 1928 und 1948 in St.Moritz. Zahlreiche weitere Olympia-Träume der Schweiz sind seither geplatzt.

Während die ersten olympischen Winterspiele 1924 in Chamonix abgehalten wurden, gingen die zweiten vom 11. bis 19. Februar 1928 in St. Moritz über die Bühne. Das Oberengadin war vom 30. Januar bis zum 7. Februar 1948 zum zweiten Mal Gastgeber der Olympischen - damals der fünften - Winterspiele.

Geplatzte Olympia-Träume

Olympia-Kandidaturen anderer schweizerischer Orte scheiterten entweder in der Planungsphase oder zogen gegenüber anderen Kandidaturen den Kürzeren.

1963 lehnten die Walliser Stimmberechtigten eine Kandidatur ab. 1969 interessierten sich Zürich, das Berner Oberland, das Wallis und das Bündnerland für die 12. Winterspiele 1976. In Zürich und Bern platzten die Träume an der Urne, im Wallis sagten die Stimmbürger 1969 dagegen Ja zur Kandidatur.

Zwar gab das Schweizerische Olympische Comitee (SOC) dem Wallis vor dem Bündnerland den Vorzug. Beim IOK zog die Walliser Kandidatur aber 1970 gegen Denver den Kürzeren. Da die Bevölkerung von Denver die Spiele schliesslich ablehnte, wurden sie in Innsbruck ausgetragen.

Stimmbürger skeptisch

In den achtziger und neunziger Jahre zeigten erneut das Berner Oberland, das Bünderland, die Zentralschweiz und die Westschweiz Interesse an Olympischen Winterspielen. Zeitweise war auch die Idee von Sommerspielen im Mittelland im Gespräch.

Eine Waadtländer Kandidatur für die Winterspiele 1996 siegte zwar 1986 im SOC vor jener des Berner Oberlandes, scheiterte aber 1987 in Lausanne an der Urne. Schon im Jahr zuvor hatten die Stimmbürger von Davos und St. Moritz Bündner Olympiaträume für 1996 platzen lassen.

In der Zentralschweiz und im Berner Oberland wurden Pläne für eine Kandidatur 1996 bzw. 2002 von den Initianten wegen fehlender Unterstützung ad acta gelegt. Eine zweite Walliser Kandidatur scheiterte 1995 in Budapest, als das IOC die Winterspiele 2002 an Salt Lake City vergab.

Der dritte Olympiatraum des Wallis (zu dem auch die Walliser Stimmenden 1997 Ja gesagt hatten) platzte am 19. Juni 1999 in Seoul: Das IOC wählte Turin und nicht Sitten zum Austragungsort der Winter-Olympiade 2006.

Berner Nein

Für die Olympischen Winterspiele 2010 kandidierten schweizerischerseits Graubünden und Zürich sowie Montreux und Bern. Obschon das Sportparlament von Swiss Olympic Kandidatur Bern- Montreux den Vorzug gab, wurden in Bern am 22. September 2002 die Kredite für die Olympia-Kandidatur an der Urne verworfen.

Bern zog daraufhin die Kandidatur zurück. Die Spiele der XXI. Winterolympiade werden 2010 in Vancouver, Kanada, ausgetragen.

(sda)

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