Unvergessene Erfolge: Olympiasieger trotz Kader-Rauswurf
Aktualisiert

Unvergessene ErfolgeOlympiasieger trotz Kader-Rauswurf

Hippolyt Kempf ist der einzige Schweizer Olympiasieger in der Nordischen Kombination. Der Weg zur Goldmedaille war sehr steinig.

von
Herbie Egli

Hippolyt Kempfs Olympiasieg 1988. (Video: Youtube)

Hartnäckigkeit ist wohl das richtige Wort, um die Karriere von Hippolyt Kempf rückwirkend zu beschreiben. Der gebürtige Luzerner wurde in jungen Jahren nämlich aus dem Schweizer Kader ausgeschlossen. Nicht genügend Talent, lautete die Begründung dieser Massnahme. Kempf liess sich das nicht bieten und entschloss sich, seinen eigenen Weg zu gehen.

«Ich war schon immer stur»

Der Innerschweizer gab seinen Plan eines erfolgreichen Nordischen Kombinierers nicht auf und «wanderte» ins östliche Nachbarland aus. «Ich war schon immer ein relativ sturer Mensch und bin dann selbst ans Skigymnasium in Österreich gegangen», sagte Kempf im Februar in einem Interview mit der «WOZ». In der Heimat liess man ihn gewähren. «Der Schweizer Verband hat sich kulant gezeigt. Unter Auflagen könnte ich dann im Kader verbleiben. Klar, ich musste meinen Weg selbst gehen. Aber im Nachhinein kann ich sagen, das ist es, was mich stark gemacht hat.»

So stark, dass Kempf an den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary seinen grössten Karriere-Erfolg feierte. Er gewann im Alter von 28 Jahren die Goldmedaille. Sechs Jahre später gesellte sich an den Olympischen Winterspielen in Lillehammer eine Bronzemedaille dazu. Auch mit der Mannschaft sprang und lief Kempf zu Edelmetall. 1989 gewann er mit dem Team an der WM in Lahti Silber und komplettierte damit seinen Medaillensatz.

Über Umwegen zum Disziplinenchef

Kempf trat 1994 vom aktiven Sport zurück. Der Innerschweizer begann an der Universität Fribourg ein Studium in Volkswirtschaft. Zwei Jahre später kehrte er nebenberuflich als Cheftrainer Nordisch mit der paralympischen Nationalmannschaft an die Wettkampfstätten zurück. Nach seiner Dissertation arbeitete Kempf als Sportökonom beim Bundesamt für Sport. Seit letztem Sommer ist er bei Swiss Ski als Disziplinenchef Langlauf und Nordische Kombination angestellt.

40 Jahre Sporthilfe

Die Stiftung Schweizer Sporthilfe hilft seit 40 Jahren Schweizer Talenten, ihren Traum vom Spitzensport zu verwirklichen. Zum Jubiläum setzen sich 40 Sportgrössen als Botschafter für den Nachwuchssport ein. 20 Minuten Online stellt bis Ende 2010 wöchentlich mit der Serie «Unvergessene Erfolge» einen dieser grossen Schweizer Sportler seit 1970 vor.

Wettbewerb

Gleichzeitig mit der Serie läuft auf Sporthilfe.ch wöchentlich ein Wettbewerb mit einer Frage zur vorgestellten Person.

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