Aktualisiert 24.05.2007 21:20

Olympische Spiele in Andermatt: Ein Gag?

In Andermatt sollen 2018 die Olympischen Winterspiele über die Bühne gehen. Dies mit Hilfe von russischen Oligarchen. Doch der Gemeindepräsident weiss nichts davon und glaubt an einen PR-Gag.

Die Winterolympiade in Andermatt soll nach dem Motto «eine Hand wäscht die andere» ermöglicht werden. Zumindest wenn es nach Raoul Stöhlker von der PR-Agentur Klaus J. Stöhlker in Zollikon geht. «Wenn die Schweiz am 4. Juli bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 die Kandidatur des russischen Sotschi unterstützt, werden Oligarchen, die Putin nahestehen, die Kandidatur von Andermatt für 2018 unterstützen», erklärt Stöhlker. Er glaubt, dass Andermatt dank Samih Sawiris' geplantem Ferienresort zu einem weltweit wettbewerbsfähigen Wintersport-Standort werde.

Experten bezweifeln das Olympia-Vorhaben. «Ich frage mich, ob die Voraussetzungen für Winterspiele wirklich gegeben sind», so Franz Egle, Berater von Samih Sawiris. Noch deutlicher wird Edwin Rudolf, Ex-Verantwortlicher für Olympia-Marketing: «In der Schweiz sind fast keine Olympischen Spiele möglich.» Probleme sieht Rudolf durch die geringe Grösse der Schweiz, der damit verbundenen Infrastruktur und vor allem im grossen finanziellen Aufwand für die Sicherheit.

Karl Poletti, Gemeindepräsident von Andermatt, hörte gestern erstmals von einer möglichen Olympiakandidatur seines Dorfes. «Dazu gibt es hier gar keine Möglichkeit, das ist ein PR-Gag für Sotschi.»

Daniela Gigor

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