Aktualisiert 20.06.2008 14:17

Oma joggt einmal rund um den Erdball

Viereinhalb Jahre war die 61-jährige Britin Rosie Swale-Pope unterwegs. In dieser Zeit hat sie nicht weniger als 29 Heiratsanträge erhalten und 45 Paar Schuhe durchgelatscht.

Einfach noch einmal was Verrücktes machen - das denken sich viele ältere Menschen. Meist bleibt es trotzdem nur beim Träumen. Nicht so bei Rosie Swale-Pope. Nachdem ihr Mann an Krebs gestorben war, startete die Mutter zweier Kinder und Grossmutter zweier Enkel kurzerhand alleine eine Weltreise. Ihr Plan: Nur mit Marschgepäck ausgestattet wollte sie zu Fuss mehr als 32 000 Kilometer zurücklegen. 102 Monate später kehrte die Waliserin am Mittwoch zum Ausgangspunkt zurück, nachdem sie einmal den Erdball umrundet hatte.

Tour de Wodka

Ihre Reise führte sie quer durch Europa, Sibirien, die USA, Kanada, Grönland und Island, berichteten englische Medien am Donnerstag. Alles Lebensnotwendige verstaute sie in einen Anhänger, den sie hinter sich her zog. Einer der Höhepunkte seien die Nordlichter gewesen, die sie in Sibirien nach einer mehrtägigen Tortur im Tiefschnee sehen konnte. In Sibirien sei sie ausserdem von einem betrunkenen, mit einer Axt bewaffneten Mann attackiert worden. «Er stellte sich als netter Förster heraus, der eine Wodka-Party feierte», sagte Swale-Pope über einen der heikleren Teile ihrer Route.

Wölfe und Männer auf ihrer Spur

Einmal sei ihr eine Woche lang ein Wolfsrudel gefolgt. In Russland wurde sie von einem Bus angefahren, und Ärzte stellten eine schwere Lungenentzündung fest, in Amerika musste sie sich mit Verdacht auf Brustkrebs ärztlich behandeln lassen. Swale-Pope hat alle Strapazen heil überstanden. Über die Heiratsanträge scherzt sie: «Ich glaube, einen Grossteil der Anträge bekam ich, weil ich noch rüstig genug bin, um harte Hausarbeit zu erledigen.»

Abenteuer im Blut

Die Waliserin machte sich bereits in den Siebzigern einen Namen als Abenteurerin, als sie auf einer Jacht die Welt umsegelte. Nun hofft sie auf einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde für ihre erneute Abenteuerreise. Auch nach 1789 Tagen auf Tour gönnt sich die drahtige 61-Jährige keine Pause. Ihre letzte Etappe von Schottland nach Tenby, ihren Heimatort in Wales, möchte sie ohne Unterbrechung antreten, um dann ein Buch zu schreiben. Trotz des Abenteuertriebs ist sie froh, wieder in der Heimat zu sein: «Es ist fantastisch, wieder britischen Boden unter den Füssen zu haben», sagte sie bei ihrer Ankunft in Schottland am Vortag.

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