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Oma ohne Furcht: Israelin besucht Irak

Eine israelische Grossmutter hat alle Warnungen in den Wind geschlagen und ihr Heimatland Irak bereist. Die 75-jährige Sara Chatan kommt aus dem landwirtschaftlichen Kollektivdorf Schtula im Norden Israels.

Sie erzählte der israelischen Zeitung «Jediot Achronot», sie plane in den kommenden Wochen bereits einen weiteren Besuch. «Wer Angst hat, den Irak zu besuchen, kann mit mir mitkommen.»

«Ich vermisse alles dort, ich habe da meine ganze Kindheit verbracht und geheiratet», erklärte Chatan. Bei ihrer letzten Reise habe sie vor etwa zwei Monaten mit ihren beiden Töchtern ihren Heimatort im Norden des Irak und ihr Geburtshaus besucht.

«Es ist noch wie früher, heute leben dort Muslime, die mir grosse Ehre erwiesen haben.» Sie wüssten, dass sie Jüdin sei und jetzt in Israel lebe. «Wir sind zusammen aufgewachsen, und sie passen auf mich auf.»

Der israelische Stab zur Terrorbekämpfung hat Israelis nach Angaben des Blattes ausdrücklich vor Reisen in den Irak gewarnt. Dutzende Israelis bereisten das Kriegsgebiet dennoch und riskierten damit ihr Leben. Solche Reisen sind nach israelischem Gesetz zudem verboten.

Der Irak hatte Israel während des Golfkriegs 1991 mit Dutzenden von Scud-Raketen beschossen; die beiden Länder sind verfeindet. In Israel lebt eine grosse Gemeinschaft irakischer Juden: Mehr als 100 000 kamen allein im Rahmen der Operationen Esra und Nechemia in den 1950er Jahren in den neu gegründeten jüdischen Staat.

(sda)

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