Ombudsmann kritisiert Mörgeli-KZ-Interview
Aktualisiert

Ombudsmann kritisiert Mörgeli-KZ-Interview

Der SF-Ombudsmann Achille Casanova kritisiert das Fernseh-Interview des Nachrichtenmagazins «10 vor 10» von SF mit SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli vor der Kulisse des KZ Buchenwald. Er gab damit einer Beschwerde teilweise Recht.

Casanova zeigte in seinem Bericht Verständnis für die Kritik am gewählten Ort des «10 vor 10»-Beitrages zum Thema «Mörgele» statt «Mengele»: «Sie kritisieren vollkommen zu Recht, dass das Interview vor der Kulisse des Konzentrationslagers Buchenwald aufgenommen wurde», schreibt Casanova auf seiner Homepage an die Adresse des Beschwerdeführers.

Tatsächlich sei dies mehr als ein Detail, denn diese Inszenierung gebe den Aussagen von Mörgeli und somit denjenigen von Bundespräsident Couchepin eine besonders heikle und auch emotionale Note. SF-Chefredaktor Ueli Haldimann hat sich für die kritisierte Filmaufnahme bereits entschuldigt. Für den Dreh lag keine Bewilligung der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald vor.

Weitere Kritikpunkte wies Casanova jedoch zurück, zum Beispiel, dass «10 vor 10» die Geschichte zum Thema «Mörgele» statt «Mengele» überhaupt übernommen habe.

Laut Casanova hätte die Redaktion keinesfalls auf die Ausstrahlung des Berichts verzichten sollen. Die Berichterstattung zu dem Thema sei nicht nur legitim, sondern journalistisch absolut zwingend gewesen. Zudem habe die Sendung die veröffentlichte Stellungnahme des Departements von Couchepin im Bericht integriert.

Der Zürcher SVP-Nationalrat Mörgeli war in der «Mörgele»-Affäre am 6. Februar vom SF-Deutschland-Korrespondenten vor dem Hintergrund des ehemaligen KZ interviewt worden. Die Stiftung Gedenkstätte Buchenwald warf daraufhin dem Fernsehen und Mörgeli vor, Buchenwald instrumentalisiert zu haben.

(sda)

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