Italien: Onkel von Ex-Camorra-Mitglied durchsiebt

Aktualisiert

ItalienOnkel von Ex-Camorra-Mitglied durchsiebt

Trotz der Stationierung von 500 Soldaten im Süden Italiens hat die Mafia dort eine weitere Person getötet. Jüngstes Mafiaopfer: Der Onkel eines früheren Mafiamitglieds.

Der 60-jährige wurde demnach in Casal di Principe am helllichten Tag und vor zahlreichen Zeugen erschossen, die sich zum Kartenspielen getroffen hatten. Die Täter entkamen unverletzt.

Bei dem Opfer handelt es sich nach Polizeiangaben um den Onkel des früheren Camorra-Mitglieds Luigi Diana, der die Fronten gewechselt hat und nun mit der Justiz zusammenarbeitet.

Die Täter benutzten demnach eine Pistole vom Kaliber 9, die häufig vom einflussreichen Casalesi-Clan der neapolitanischen Camorra verwendet wird.

Die italienische Regierung hatte am Samstag 500 Soldaten in den Süden des Landes verlegt, um dort gegen die Mafia und das organisierte Verbrechen vorzugehen. Die Soldaten sollen zunächst bis Ende des Jahres vor allem in der Region um Neapel stationiert werden.

Anti-Mafia-Protest

Die Regierung hatte den Einsatz vor zwei Wochen beschlossen, nachdem bei einer Schiesserei in der Nähe von Neapel ein Italiener und sechs Afrikaner getötet worden waren. Die Polizei vermutet Machtkämpfe zwischen einem Mafia-Clan und afrikanischen Drogendealern als Hintergrund.

Haupteinsatzgebiet der Soldaten und Polizisten ist die Umgebung von Caserta. Die Einsatzkräfte sind beauftragt, an Strassensperren Fahrzeuge zu durchsuchen. In Caserta protestierten am Samstagmorgen mehrere tausend Menschen gegen die Camorra, darunter Bischof Raffaele Nogaro.

(sda)

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