Aktualisiert 05.09.2006 21:11

Online-Banking bald mit Fingerabdruck?

Internet-Attacken auf sensible Kundendaten werden für Banken zu einem immer grösseren Problem: Hacker starten rund 40 Prozent mehr Phishing-Versuche als vor einem Jahr.

Die Schäden für die Geldinstitute sind riesig – und diese suchen fieberhaft nach Gegenmassnahmen. Die Identifikation der User mit biometrischen Daten könnte den Kriminellen das Handwerk legen: Beim Einloggen ins Online-Banking müssten Kunden ihren Fingerabdruck mittels Spezialfeld auf PC oder Maus abtasten oder ihr Auge scannen lassen.

Rund 8 Millionen Phishing-Mails flitzen täglich durchs Internet. Hacker versuchen damit weltweit, an sensible Daten von Bankkunden zu kommen, um Kapital daraus zu schlagen. Den Geldinstituten verursacht dies enorme Schäden – allein in den USA 2,75 Milliarden Dollar pro Jahr.

Neue Technologien könnten die Internet-Kriminalität einbremsen, zum Beispiel die Eingabe von biometrischen Daten wie Fingerabdrücken oder die Sprach- und Iris-Erkennung. «Diese persönlichen Merkmale sind hinreichend eindeutig», sagt Olaf Lindner von der IT-Sicherheits-Firma Symantec. Statt einen Pin-Code einzutippen, loggt sich der Online-Kunde der Zukunft also mit seinem Daumen auf einem kleinen Feld auf dem Laptop oder der Maus ein. «Die Technologie ist auf gutem Weg zur Reife. Und das könnte mehr Sicherheit im Online-Banking bedeuten», so Lindner.

Die Banken zeigen Interesse an der neuen Technologie. «Wir behalten diese Möglichkeit im Auge. Nächstes Jahr optimieren wir aber unser bestehendes Sicherheitssystem», sagt Alex Josty von PostFinance. «Wir arbeiten an neuen Sicherheitsmöglichkeiten. Biometrische Dateneingabe ist aber noch Zukunftsmusik», sagt Thomas Straubinger von der Migrosbank.

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