Aktualisiert 03.11.2014 12:42

FinanztoolsOnline-Banking steht bei Jungen hoch im Kurs

E-Banking ist bei Jungen sehr beliebt. Eine aktuelle Studie zeigt: Der neuste Trend sind Tools zum Managen der persönlichen Finanzen. Vorreiter sind UBS und PostFinance.

von
Kaspar Wolfensberger
Die PostFinance ist eines von drei Schweizer Finanzinstituten, die im E-Banking einen Personal-Finance-Manager haben.

Die PostFinance ist eines von drei Schweizer Finanzinstituten, die im E-Banking einen Personal-Finance-Manager haben.

In den vergangenen Jahren wurden verschiedene alteingesessene Industrien durch den technologischen Fortschritt komplett umgewälzt. Vor allem Jugendliche laden heute Musik und Filme im Internet herunter, bestellen die Pizza online oder buchen ihre nächsten Ferien im Netz. Vorbei sind die Zeiten, als hierfür ein Gang ins Geschäft notwendig war.

Auch in der Bankbranche hat das Internet in den letzten Jahren Einzug gehalten. E-Banking via PC und Smartphone-Apps zum mobilen Abfragen des Kontostands gehören heute bei Jugendlichen ganz selbstverständlich zum Alltag. Die auf Financial Management spezialisierte Firma Qontis hat nun zu diesem Thema eine Studie publiziert, in der sie Schweizer Studenten befragt hat. Das Resultat: 92 Prozent der Jungen nutzen E-Banking. Lediglich 8 Prozent verfügen also über keinen Zugang zum Online-Banking. 84 Prozent der Studienteilnehmer loggen sich mindestens einmal monatlich in ihr E-Banking ein, 38 Prozent gar wöchentlich.

Personal-Finance-Manager im Aufwind

Dabei gibt es beim E-Banking einen neuen Trend: So genannte Personal-Finance-Manager. Insgesamt 80 Prozent der Befragten geben an, diese interessant zu finden. Hauptfunktion der Personal-Finance-Manager ist eine detaillierte Übersicht über das Ausgabeverhalten. So können sämtliche Einkäufe, aber auch die Einnahmen, in Kategorien unterteilt und grafisch dargestellt werden. Ziel der neuen Finanztools ist es, den Kunden die persönliche Budgetplanung zu erleichtern. Für die Finanzinstitute geht es aber auch darum, eine engere Bindung zu den Kunden aufzubauen, so die Autoren der Studie.

Trotz dieser Vorteile verfügen erst drei Schweizer Banken beim E-Banking über einen Personal-Finance-Manager: UBS, PostFinance sowie die Hypothekarbank Lenzburg. Doch die anderen dürften bald nachziehen. «Die Frage ist nicht ob, sondern wann die Banken einen Personal-Finance-Manager in ihr E-Banking integrieren», erklärt Nils Reimelt von Qontis. «Das Nutzerverhalten aus anderen Branchen hat gezeigt, dass die User mit dem bequemsten Produkt gehen. Das wird beim E-Banking nicht anders sein.» Die fortschreitende Digitalisierung werde vor der Finanzbranche also nicht Halt machen.

Benutzerfreundlichkeit ist zentral

Doch was sind die wichtigsten Eigenschaften eines Finanzmanagement-Tools? Auch hierzu hat Quontis die Studenten befragt. Das Resultat: Absolut zentral sind eine benutzerfreundliche und einfache Bedienung, die Sicherheit der Daten und eine gute Übersicht, bei der der Saldo auf einen Blick ersichtlich ist. Diese Resultate seien nicht erstaunlich. Personen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, seien sich von Apps und Software ein schönes Design, eine intuitive Menüführung und eine einfache Bedienung gewohnt. Für die Banken sei es daher absolut zentral, beim E-Banking hier nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Dass Banken die Digitalisierung vorantreiben, hat noch einen weiteren Grund. Nebst dem Aspekt der stärkeren Kundenbindung können die Finanzinstitute laut einer Studie von McKinsey ihre Kosten durch den Ausbau ihres Online-Angebots um bis zu 25 Prozent senken. Auch Personal-Finance-Manager dürften Einsparungen ermöglichen.

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