Aktualisiert 15.04.2016 13:17

Fake-InserateOnline-Betrüger nehmen nun Autokäufer ins Visier

Gauner haben es mit falschen Inseraten auf Schweizer Autokäufer abgesehen. Mit der gleichen Masche sind sie bei Wohnungen erfolgreich.

von
F. Lindegger
Auf Online-Marktplätzen müssen sich Autokäufer vor Betrügern in Acht nehmen. Das Symbolbild zeigt ein Paar beim Occasionen-Kauf.

Auf Online-Marktplätzen müssen sich Autokäufer vor Betrügern in Acht nehmen. Das Symbolbild zeigt ein Paar beim Occasionen-Kauf.

Keystone/Gaetan Bally

Auf der Suche nach einem neuen Auto ist 20-Minuten-Leserin Sarah* die Anzeige auf der Seite von AutoScout24.ch sofort aufgefallen: Mercedes B-Klasse, Baujahr 2014, 15'000 Kilometer. Preis: 13'700 Franken.

Sarah meldete sich beim Inserenten und bekam von diesem eine abenteuerliche Geschichte zu hören: Er habe zwei Jahre in der Schweiz gearbeitet und sei jetzt von Berufs wegen – um auf einer Ölplattform zu arbeiten – kurzfristig nach England zurückgekehrt. Auch das Auto befinde sich inzwischen in England, könne aber bei Interesse für eine Testfahrt oder einen Check in die Schweiz gebracht werden – gegen eine Anzahlung. Sarah kam die Geschichte dubios vor und ging nicht weiter auf das Angebot ein.

Gleiche Masche wie bei Wohnungen

Dieselbe Vorgehensweise ist vor allem von Wohnungsinseraten bekannt: Ein billiges Lockvogelangebot, ein angeblich im Ausland wohnender Inserent und eine Aufforderung zur Anzahlung. Überweisen gutgläubige Menschen in solchen Fällen Geld, ist es meist verloren. Denn das erhoffte Schnäppchen erhalten die Leute nicht. Auch eine Anzeige bei der Polizei verspricht meist wenig Erfolg, weil die Betrüger in der Regel im Ausland sitzen und oft falsche Identitäten benutzen.

Die Masche sei AutoScout24 bekannt, erklärt Sprecherin Cornelia Magnin. «Es ist eine von verschiedenen Betrugsarten, die leider auf allen Online-Marktplätzen eingesetzt wird.» Um zu verhindern, dass solche Inserate überhaupt auf der Seite erscheinen, würden die Sicherheitskontrollen ständig ausgebaut und jedes Inserat durchlaufe einen mehrstufigen Prüfprozess. «Ein Grossteil der betrügerischen Anzeigen wird sofort gesperrt und gelangt gar nie auf die Plattform», sagt Magnin.

Viele Meldungen zu Betrug und Phishing

Neben der Masche mit Vorauszahlungen versuchen Betrüger auch mit Phishing-Mails an Login-Informationen zu gelangen. In gefälschten E-Mails werden Kunden beispielsweise aufgefordert, Passwort oder andere persönliche Daten anzupassen. Mit den ergaunerten Daten nutzen die Betrüger anschliessend die Profile nichtsahnender Inserenten für ihre Machenschaften.

Bei der Schweizerischen Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik) vom Bundesamt für Polizei Fedpol gehen jedes Jahr Tausende Meldungen zu verdächtigen Internet-Inhalten ein. Im Jahr 2014 – Zahlen für 2015 werden erst im Mai veröffentlicht – ging es bei gut 30 Prozent der Meldungen um Betrug. Wobei es bei einem Grossteil um Betrugsversuche mit Inseraten auf Kleinanzeige-, Auktions- oder Immobilienplattformen ging. Am zweithäufigsten gehen bei Kobik Meldungen zu Phishing ein – rund 20 Prozent entfallen auf diese Kategorie.

* Name der Redaktion bekannt.

So gehen Sie den Betrügern nicht auf den Leim

- Ist ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, ist es das meist auch.

- Bezahlen Sie kein Geld im Voraus.

- Seien Sie vorsichtig bei Verkäufern, die aus dem Ausland inserieren.

- Senden Sie keine Kopien von Ausweisen, da diese für Identitätsdiebstahl - benutzt werden können.

- Geben Sie keine persönlichen Login-Daten preis. Seien Sie skeptisch bei E-Mails, die Sie zur Aktualisierung von Profil-Daten auffordern.

- Melden Sie verdächtige Angebote den Plattformbetreibern.

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