Aktualisiert 17.03.2009 22:22

Ein Ex-Süchtiger erzählt

Online-Gamen als Problem

Immer mehr Zentralschweizer Jugendliche sind von Internet-Games regelrecht besessen, doch nur wenige suchen professionelle Hilfe. Ein Ex-Gamer packt aus.

von
Clarissa Rohrbach

«Weil ich tagelang nur vor dem Computer sass, hatte ich starke Schlaf- und Essstörungen», erzählt Dominik M. (26) aus dem Kanton Zug. Er war drei Jahre lang süchtig und verbrachte bis zu zwölf Stunden pro Tag mit Gamen. «Ich konnte mich auf nichts anderes mehr konzentrieren, schliesslich musste ich sogar die Schule unterbrechen.»

Dominik M. ist bei weitem kein Einzelfall. «Online-Spiele wie ‹World of Warcraft› führen bei immer mehr Jugendlichen zur Abhängigkeit», sagt Max Stutz von der Suchtberatungsstelle Zug. Doch nur wenige würden sich frühzeitig professionelle Hilfe holen. «Es liegt bei den Eltern, die Grenzen festzusetzen», so Stutz. Oftmals seien diese aber völlig ratlos – deshalb sei es dringend nötig, die Familien aufzuklären.

Auch Daniel Niederberger von der Jugendberatung Contact Luzern kennt die Problematik. «Jugendliche, die sich missverstanden fühlen, flüchten aus Frust in die virtuelle Welt», so Niederberger. Doch dies führe zu noch grös­serer Isolation der Gamesüchtigen. Dies hat Dominik M. mit voller Härte zu spüren bekommen: «Ich habe wegen der Sucht fast alle meine Freunde verloren.»

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