19.03.2016 19:43

Von Ausschaffung bedrohtOnline-Petition für Marija gestartet

Marija Milunovic (17) droht die Ausschaffung, obwohl sie eine Lehrstelle hat und bestens integriert ist. Jetzt werden Unterschriften zur Unterstützung von Marija gesammelt.

von
jeb
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Marija Milunovic lebt seit zwei Jahren in der Schweiz. Sie ist bestens integriert und besucht die Realschule in Sargans. Sie hat eine Lehrstelle im Kantonsspital in Glarus bekommen.

Marija Milunovic lebt seit zwei Jahren in der Schweiz. Sie ist bestens integriert und besucht die Realschule in Sargans. Sie hat eine Lehrstelle im Kantonsspital in Glarus bekommen.

zvg
Marija ist leidenschaftliche Fussballerin ...

Marija ist leidenschaftliche Fussballerin ...

zvg
... und spielt beim FC Balzers in Liechtenstein. (mittl. Reihe, 3. v.l.)

... und spielt beim FC Balzers in Liechtenstein. (mittl. Reihe, 3. v.l.)

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Die 17-jährige Marija Milunovic lebt seit zwei Jahren in Sargans SG und ist bestens integriert. Trotzdem soll sie ausgeschafft werden. Und das obwohl sie in kürzester Zeit Deutsch gelernt hat und sich bereits eine Lehrstelle im Spital für die Zeit nach der Realschule gesichert hat.

Nach dem ersten 20-Minuten-Artikel war die Solidarität gross. Der Artikel wurde über 2000-mal geteilt. Doch das ist noch nicht alles. Jetzt werden in einer Online-Petition Unterschriften gesammelt, um die Ausschaffung der 17-Jährigen zu verhindern.

Härtefall

Lanciert wurde sie von Yves Müller, dem GLP-Präsidenten von Zuchwil SO. Der 42-Jährige kennt Marija persönlich nicht, ihr Schicksal machte ihn aber tief betroffen, weshalb er zusammen mit Ronny Bruhin, welcher eine Facebook-Seite für Marija eingerichtet hatte, die Petition startete. «Ich hatte den Bericht über Marija beim Znüniessen gelesen und konnte es fast nicht fassen. Eine Teenagerin, die sich nichts zu Schulden kommen liess und voll integriert ist, darf man doch nicht ausschaffen. Deshalb habe ich die Facebook-Seite gegründet», so der 23-jährige Heizungsinstallateur.

«Uns geht es nicht darum, den Rechtsstaat infrage zu stellen», so Müller. «Wir sind einfach der Meinung, dass es sich bei Marija klar um einen Härtefall handelt.» Bei der Durchsetzungsinitiative sei ja immer die Rede von kriminellen Ausländern, die ausgeschafft werden sollen. «Marija ist ein gut integriertes Mädchen, dessen Mutter eine Frist nicht eingehalten hat, soweit mir der Fall bekannt ist.»

Marija von Unterstützung überwältigt

In kürzester Zeit kamen schon über 700 Unterschriften zusammen. «Von Biel bis zum Bodensee und sogar von jemandem aus Finnland wurde die Petition unterschrieben.» Müller wird diese später der St. Galler Regierung übergeben. Auch Politiker aller Couleur hat Müller angeschrieben und um Hilfe gebeten. Mehr als Unterstützungsbekundungen habe er aber bislang nicht erfahren.

Viele Reaktionen bekommt Marija. Sie freut sich über die Petition: «Ich bin froh, bekomme ich so viel Unterstützung. Ich bin davon überwältigt», so die 17-Jährige. «Viele von meiner Schule haben bereits unterschrieben.» Sie hofft, dass eine grosse Anzahl Unterschriften zusammenkommen.

Petition online unterschreiben

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