16.07.2019 07:27

Klimasünder

Online-Pornos produzieren so viel CO2 wie Rumänien

Das Streamen von Videos übers Internet verursacht pro Jahr bis zu 300 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Zu diesem Schluss kommt eine Studie aus Frankreich.

von
tob
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Klimasünder Pornografie: Schlüpfrige Videos im Netz produzieren jährlich 80 Megatonnen CO2.

Klimasünder Pornografie: Schlüpfrige Videos im Netz produzieren jährlich 80 Megatonnen CO2.

Getty/Sopa Images
Zu diesem Schluss kommt eine Studie eines französischen Thinktanks mit dem Namen The Shift Project.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie eines französischen Thinktanks mit dem Namen The Shift Project.

iStock/Tarik Kizilkaya
Der Wert entspricht in etwa der Treibhausgasemission von Rumänien.

Der Wert entspricht in etwa der Treibhausgasemission von Rumänien.

iStock/Fabioderby

Pornos im Internet produzieren jährlich 80 Megatonnen CO2. Der Wert entspreche in etwa der Treibhausgasemission von Rumänien, schreibt Heise.de. Auch ist es fast doppelt so viel, wie hierzulande im Jahr 2017 ausgestossen wurde. Zu diesem Schluss kommt eine Studie eines französischen Thinktanks mit dem Namen The Shift Project.

Dabei entfalle nur ein Drittel auf Online-Pornos. Insgesamt würden bei der Übertragung von Videos im Netz 300 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr verursacht, also 1 Prozent des globalen CO2-Ausstosses, heisst es im Bericht «Climate crisis: The unsustainable use of online video». (Klimakrise: die unnachhaltige Nutzung von Online-Videos.)

60 Prozent aller Daten

In die Berechnungen des Thinktanks flossen laut den Autoren Zahlen des Netzwerkausrüsters Cisco mit ein. Sie schätzten unter anderem, wie viel Strom verbraucht wurde, um Videodaten zu übertragen und auf verschiedenen Geräten wie Handys, Tablets oder Fernsehern anzuschauen. Den Ausstoss schätzten sie dann anhand von globalen Durchschnittswerten, wie Newscientist.com schreibt.

Online-Videos seien im letzten Jahr für 60 Prozent aller Daten im Internet verantwortlich gewesen, heisst es weiter. Schon Anfang 2019 schätzten die Forscher, dass digitale Technologien für vier Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Auf die zivile Luftfahrt entfiel 2018 ein Wert von rund zwei Prozent.

Erklärvideo in HD

Laut dem Thinktank wird der Technologiewert bis 2025 um vier Prozent auf bis zu acht Prozent anwachsen. Dazu würden unter anderem höher aufgelöste Videos und auch Game-Streamingdienste beitragen, erklärt Newscientist.com.

Die Studienautoren fordern deshalb eine digitale Enthaltsamkeit von Nutzern. Auch sollen Anbieter auf Autoplay-Videos und auf HD-Videos verzichten, wo immer möglich. Eine Regulierung sei aus diesem Grund zwingend notwendig, mahnen die Autoren. Ihren Standpunkt legen sie mit einem Youtube-Video dar – in HD.

Der französischen Thinktank hat sich laut Heise.de die «Decarbonisierung Europas» auf die Fahne geschrieben. Geldgeber sind unter anderem das Bahnunternehmen SNCF, Firmen der Baubranche und französische Elektrizitätsversorger.

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