Börsengang: Online-Radio soll Milliarden wert sein
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BörsengangOnline-Radio soll Milliarden wert sein

Der US-Online-Radiosender Pandora Media mit einem Quartalsumsatz von lediglich 50 Millionen Dollar ist defizitär. Dennoch wird er an der Börse mit 2,5 Milliarden bewertet.

Pandora Media bietet seinen Hörern ein Musikprogramm, das sich diese nach eigenem Geschmack zusammenstellen können. Bild: Handout)

Pandora Media bietet seinen Hörern ein Musikprogramm, das sich diese nach eigenem Geschmack zusammenstellen können. Bild: Handout)

Der Appetit der Investoren auf junge Internetunternehmen ist noch nicht gestillt. Der Börsengang eines Web-Radios sorgt für heftige Nachfrage. Nur kurz nach dem Marktdebüt des Online-Karrierenetzwerkes LinkedIn reissen sich Anleger um die Aktien des Online-Radiosenders Pandora Media.

Das defizitäre US-Unternehmen mit einem Quartalsumsatz von zuletzt gut 50 Mio. Dollar wird im Zuge seiner Kapitalmarktplatzierung mit insgesamt rund 2,5 Mrd. Dollar bewertet. Dies ergibt sich aus dem am Dienstag bekanntgewordenen Ausgabepreis.

Musikprogramm selber zusammenstellen

Pandora Media verkauft seine den Investoren offerierten 14,7 Mio. Aktien zu je 16 Dollar. Durch den Börsengang sammelt das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen nun 235 Mio. Dollar ein. Der Erlös fliesst komplett an die Altaktionäre. Nach Angaben der New Yorker Börse ist das Handelsdebüt noch für den 15. Juni geplant.

Pandora Media bietet seinen Hörern ein Musikprogramm, das sich diese nach eigenem Geschmack zusammenstellen können. Die 90 Mio. registrierten Nutzer können die Musik über Computer, Smartphone oder im Auto hören. Dazu gibt es Partnerschaften mit Ford, General Motors und Mercedes-Benz.

Seine Einnahmen bezieht der Radiosender aus Werbung. Für die Musikstücke muss er Tantiemen in beträchtlicher Höhe zahlen. Dass sich mit dieser Geschäftsidee auf Dauer Geld verdienen lässt, ist für Branchenexperten noch nicht ausgemachte Sache.

Angst vor einer Blase

Die euphorische Nachfrage bei den jüngsten Börsengängen nährt Befürchtungen, es könnte zu einer neuen Internet-Blase kommen. LinkedIn, der chinesische Facebook-Konkurrent Renren und die russische Suchmaschine Yandex legten glänzende Marktauftritte hin.

Viele Investoren fiebern möglichen Börsenlistings von Internetriesen wie Facebook und Twitter entgegen. Das soziale Netzwerk Facebook will US-Medien zufolge bei einem Börsengang 2012 alle Rekorde brechen und strebt eine Bewertung von rund 100 Mrd. Dollar an - ein Drittel mehr als bislang geschätzt.

(sda)

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