16.11.2020 16:56

Infektionsgefahr in InnenräumenOnline-Rechner ermittelt dein Corona-Ansteckungsrisiko

Wie gross ist das Risiko, sich im Büro, bei einer Feier oder im Klassenzimmer mit Sars-CoV-2 zu infizieren? Die Antwort gibt ein neuer Corona-Rechner. Und er zeigt auch, wie gut verschiedene Schutzmassnahmen wirken.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Es gibt viele gute Gründe, sich nicht mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infizieren zu wollen. 

Es gibt viele gute Gründe, sich nicht mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infizieren zu wollen.

CDC/PD
Entsprechend sollte man sich vorsehen – vor allem in Innenräumen. 

Entsprechend sollte man sich vorsehen – vor allem in Innenräumen.

KEYSTONE
Wie gross das Infektionsrisiko in verschiedenen Innenraum-Settings ist und mit welchen Massnahmen es sich am besten senken lässt, zeigt der «Covid-19-Risiko-Kalkulator», den Forschende des Max-Planck-Instituts für Chemie entwickelt haben. 

Wie gross das Infektionsrisiko in verschiedenen Innenraum-Settings ist und mit welchen Massnahmen es sich am besten senken lässt, zeigt der «Covid-19-Risiko-Kalkulator», den Forschende des Max-Planck-Instituts für Chemie entwickelt haben.

Darum gehts

  • Forschende des Max-Planck-Instituts für Chemie haben einen neuen Corona-Rechner vorgestellt.

  • Mit diesem lässt sich das Infektionsrisiko für verschiedene Innenraum-Situationen berechnen.

  • Im Fokus steht dabei die Übertragungsgefahr durch Aerosole.

  • Neben der Ansteckungsgefahr kann man sich auch anzeigen lassen, wie wirkungsvoll verschiedene Corona-Massnahme sind.

Die Gefahr, sich mit Sars-CoV-2 zu infizieren, ist drinnen grösser als draussen. Das ist bereits bekannt. Doch Innenraum ist nicht gleich Innenraum: Wie gross das Ansteckungsrisiko tatsächlich ist, hängt auch immer von der jeweiligen Situation und von den ergriffenen Massnahmen ab.

Um die Infektionsgefahr für verschiedene Szenarien genauer berechnen zu können, haben Forschende des Max-Planck-Instituts für Chemie (MPIC) im deutschen Mainz gemeinsam mit Kollegen vom Cyprus Institut auf Zypern den «Covid-19-Risiko-Kalkulator» entwickelt.

Einfache Anwendung

Der Rechner beruht auf einem einfachen Algorithmus, der Messdaten zur Virenlast in Aerosolen, zur Menge der Schwebeteilchen, die Menschen bei verschiedenen Aktivitäten abgeben, und zum Verhalten der Partikel in Räumen berücksichtigt, teilt das MPI mit. Im Fokus der Berechnung stehe das Infektionsrisiko durch Aerosole. Zur Gefahr, sich über grössere, schnell zu Boden fallende Tröpfchen zu infizieren, wenn man mit Trägern des Virus über kurze Distanz spricht, lacht oder singt, erlaube es jedoch keine Aussagen.

Für die Berechnung des jeweiligen Infektionsrisikos muss man kein Virologe sein: Der Online-Rechner ist einfach aufgebaut. Wer wissen will, wie hoch die Ansteckungsgefahr für ihn ist, muss bloss die wichtigsten Daten wie die Dauer des Aufenthalts, die ungefähre Raumgrösse und die Anzahl der Personen eingeben. Zudem lässt sich angeben, ob Masken getragen werden oder regelmässig durchgelüftet wird. Insgesamt stehen derzeit vier vordefinierte Szenarien zur Auswahl: Feste, Chorproben, Klassenzimmer oder Büro.

Sind alle Eingaben gemacht, errechnet der Algorithmus die Übertragungswahrscheinlichkeit für die vom Nutzer eingestellten Szenarien – für die individuelle Ansteckungsgefahr, aber auch diejenige für irgendeine Person im Raum.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Pro Juventute, Tel. 147

Massnahmen wirken deutlich

«Wir möchten einen Beitrag leisten, damit zum Beispiel eine Schule oder ein Geschäft selbst ausrechnen kann, wie hoch das Infektionsrisiko in den Räumen ist und wie effektiv welche Sicherheitsmassnahme ist», sagt Jos Lelieveld, Direktor des MPIC und Erstautor der im «International Journal of Environmental Research and Public Health» publizierten Studie. In dieser stellen er und seine Kollegen die Berechnungsgrundlage und die Annahmen vor, die der Rechnung zugrunde liegen.

Laut Angaben des MPIs zeigen die Berechnungen, «dass man das Infektionsrisiko durch regelmässiges Stosslüften etwa um die Hälfte, durch zusätzliches Maskentragen sogar um einen Faktor fünf bis zehn senken kann.»

Nicht perfekt, aber ziemlich nahe dran

Das Team um Lelieveld betont, dass der Online-Rechner nicht über alle Zweifel erhaben sei. Einerseits würde ausschliesslich die Übertragung via Aerosole berücksichtigt. Andererseits seien noch einige Aspekte des Coronavirus nicht abschliessend untersucht. «Unseren Annahmen liegt der derzeitige Stand der Wissenschaft zugrunde», sagt Frank Helleis, Physiker am MPIC. «In der Rechnung stecken mehrere Variablen und Annahmen. So machte es einen Unterschied, ob und wie viel Menschen in einem Raum sprechen und singen, wie hoch die Viruskonzentration im Speichel ist und wie die Raumluftwechselrate ist, aber jeder Faktor geht über einen einfachen Dreisatz in die Kalkulation ein», so Helleis, der die Rechenbasis erstellt hat.

Nichtsdestotrotz sind die Forschenden überzeugt, dass ihr Algorithmus helfen kann, das Risiko von Infektionen in Innenräumen besser zu verstehen und durch geeignete Massnahmen zu verringern.

Den «Covid-19-Risiko-Kalkulator» findest du hier.

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64 Kommentare
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Erfinder Paul

17.11.2020, 20:48

Super, das ist ja die beste Erfindung 2020. Also nach Corona und den Coronamassnahmen.

Fg

17.11.2020, 18:16

Super Sache

NoWay

17.11.2020, 17:25

Komisch so ein rechner kann was berechnen, aber alle wurden überrascht, oder überrolt im oktober. Contact tracing chancenlos, Infektionsketten nicht bekannt. Gut gibt es nun so ein rechner, nun kann das BAG ja diesen füttern mit allen daten und gut is.