Aktualisiert 21.06.2019 12:42

Keine FreigabequittungOnline-Steuererklärung künftig ohne Unterschrift

Für jene, die keinen Drucker zu Hause haben, wird die Online-Steuererklärung bald einfacher. Der Bundesrat will dafür nämlich die Unterschriftpflicht abschaffen.

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Online-Steuererklärung ohne Freigabequittung? Das soll bald möglich sein.

Online-Steuererklärung ohne Freigabequittung? Das soll bald möglich sein.

Keystone/Walter Bieri
Der Bundesrat will die Unterschriftpflicht abschaffen.

Der Bundesrat will die Unterschriftpflicht abschaffen.

Keystone/Christian Beutler
Diejenigen, die die Steuererklärung von Hand ausfüllen, müssen aber nach wie vor unterschreiben.

Diejenigen, die die Steuererklärung von Hand ausfüllen, müssen aber nach wie vor unterschreiben.

Sebastian Gollnow

Wer die Steuererklärung elektronisch einreicht, soll künftig kein Formular mehr unterzeichnen und einschicken müssen. Der Bundesrat will die gesetzlichen Grundlagen für eine elektronische Steuererklärung ohne Unterschrift schaffen. Am Freitag hat er die Vernehmlassung dazu eröffnet.

Der Bundesrat schlägt vor, dass sowohl auf Kantons- als auch auf Bundesebene auf die Unterschrift verzichtet werden kann. Die Steuerbehörden müssten bei elektronischen Übermittlungen die Identität und die Datenintegrität sicherstellen. Der Bundesrat verweist auf das Gesetz über elektronische Identifizierungsdienste, welches derzeit im Parlament behandelt wird.

Freigabequittung entfällt bereits in einigen Kantonen

Heute besteht bei der direkten Bundessteuer die gesetzliche Verpflichtung zur Unterzeichnung der Steuererklärung. Das steht einer vollständig elektronischen Einreichung der Steuererklärung entgegen.

In der Regel wird die Zustellung einer unterzeichneten Freigabequittung verlangt, damit die Steuererklärung als eingereicht gilt. In einigen Kantonen entfällt die persönliche Unterschrift bei der elektronischen Übermittlung. Die Identifikation erfolgt mittels persönlicher Zugangscodes oder der SuisseID.

Pflicht zum elektronischen Verkehr

Mit der Änderung setzt der Bundesrat eine Motion von FDP-Ständerat Martin Schmid (GR) um, welche das Parlament überwiesen hat. Der Bundesrat schlägt gleichzeitig weitere Änderungen vor: Bei der Verrechnungssteuer, den Stempelabgaben und der Mehrwertsteuer sowie in der internationalen Amtshilfe will er die Betroffenen verpflichten können, mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) elektronisch zu verkehren.

Damit solle die Digitalisierung vorangetrieben werden, schreibt der Bundesrat im Bericht zur Vernehmlassung. Die Online-Portale der ESTV würden schon heute rege benutzt.

Die Mehrwertsteuer-Anmeldungen erfolgten praktisch zu 100 Prozent online, und rund 140'000 oder 37 Prozent der Unternehmen reichten ihre Mehrwertsteuer-Abrechnungen über das Online-Portal ein. Bei der Verrechnungssteuer wurden im vergangenen Jahr dagegen nur rund 11 Prozent der inländischen Rückerstattungsanträge online eingereicht. (sda)

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