Internet-Glücksspiele: Online-Zockerei soll erlaubt werden
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Internet-GlücksspieleOnline-Zockerei soll erlaubt werden

Eine Aufhebung des Verbots von Internet-Glücksspielen in der Schweiz muss nach Ansicht von Benno Schneider, dem Präsidenten der Eidg. Spielbankenkommission (ESBK), geprüft werden. Auf diese Weise könne die Qualität der Anbieter geprüft werden.

Die ESBK wird dem Bundesrat bis Ende Jahr einen Bericht zum Verbot von Internet-Glücksspielen vorlegen. Darin sollen die verschiedenen möglichen Wege und deren Konsequenzen aufgezeigt werden.

ESBK-Präsident Schneider selbst hält eine Aufhebung des Verbots für prüfenswert, wie er in einem am Montag im «Tages-Anzeiger» erschienenen Interview erklärte. Es müsse ins Auge gefasst werden, ob in der Schweiz Konzessionen für Internet-Casinos geschaffen und ausländische Anbieter weiter verboten werden sollten.

Der Vorteil dieser Lösung bestehe darin, dass die Qualität der Anbieter kontrolliert werden könne, sagte Schneider. Ausserdem könnten die Erträge aus den Online-Spielen in der Schweiz besteuert werden.

Das Internet halte sich jedoch nicht an Landesgrenzen und eröffne zahllose Möglichkeiten, ein Verbot ausländischer Internet-Casinos zu umgehen, erklärte Schneider. Auch stelle sich die Frage, wie ein Verbot ausländischer Anbieter durchgesetzt werden solle.

Rein technisch sei es möglich, dass die Provider den Zugang zu ausländischen Internet-Casinos blockierten. Dies geschehe bereits im Kampf gegen Pädophilie. Der Bewirtschaftungsaufwand sei jedoch gross, und es stelle sich die Frage, ob ein solches Vorgehen im Zusammenhang mit Glücksspiel verhältnismässig sei.

Erfolgsversprechender sei es möglicherweise, wenn den Kredikartenunternehmen verboten werde, Zahlungen an Online-Casinos im Ausland entgegenzunehmen. Diesen Weg hätten die USA gewählt. Doch auch hier stelle sich die Frage der Verhältnismässigkeit.

Werde das Verbot tatsächlich gelockert, müssten an Schweizer Online-Casinos dieselben Anforderungen wie an eine normale Spielbank gestellt werden, sagte Schneider weiter. Kriminalität und Geldwäscherei müssten verhindert und die Spielsucht eingedämmt werden.

Betreiber bestehender Casinos hätten in diesem Fall sicher gute Chancen, eine Konzession für ein Internet-Casino zu erhalten. Sie seien erwiesenermassen in der Lage, die Auflagen zu erfüllen. (sda)

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