Run auf gerettetes Raclette – Onlineshop wird überrannt und muss kurzfristig schliessen
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Run auf gerettetes RacletteOnlineshop wird überrannt und muss kurzfristig schliessen

Um Raclettekäse vor der Tonne zu retten, verkauft Frischer Fritz Randstücke und ungleich geschnittene Stücke zu einem billigeren Preis. Innert einer Stunde gingen mehr als 800 Bestellungen ein.

von
Céline Meisel
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Ein Zwischenhändler von Gourmet-Raclettekäse musste eine halbe Tonne fast wegwerfen.

Ein Zwischenhändler von Gourmet-Raclettekäse musste eine halbe Tonne fast wegwerfen.

Frischer Fritz
Die Stücke wurden jedoch gerettet und für 19 Franken das Kilo verkauft. 

Die Stücke wurden jedoch gerettet und für 19 Franken das Kilo verkauft.

Frischer Fritz
Da der Ansturm auf den Onlineshop so hoch war, musste er kurzfristig schliessen.

Da der Ansturm auf den Onlineshop so hoch war, musste er kurzfristig schliessen.

Frischer Fritz

Darum gehts

  • Eine halbe Tonne Gourmet-Raclettekäse landete fast in der Tonne, weil er nicht perfekt geschnitten war.

  • Nach dem Artikel von 20 Minuten war der Ansturm auf den Online-Shop so gross, dass er kurzfristig schliessen musste.

  • Die Scheiben sind ein fixer Teil des Angebots.

Weil die Randstücke und nicht perfekt geschnittenen Scheiben nicht weiterverkauft werden können, ist bei Frischer Fritz in Thun eine halbe Tonne Gourmet-Raclettekäse erhältlich – oder besser gesagt war: Nach dem Artikel von 20 Minuten konnte sich das Anti-Foodwaste-Geschäft kaum vor Abnehmerinnen und Abnehmern retten. Der Online-Shop musste wegen der immensen Nachfrage sogar kurzfristig geschlossen werden – innerhalb einer Stunde hatten 800 Personen im Shop neben dem Klassiker Natur auch Sorten wie Mango-Chili und Apfel-Zimt bestellt. «Wir sind nicht Zalando, wir sind ein kleines Team mit drei Mitarbeitern», sagt Geschäftsführerin Sandra Kissling. Momentan arbeite man alle eingegangenen Raclette-Bestellungen ab, um sicherzugehen, dass die Kundinnen und Kunden so schnell wie möglich ihre Bestellung erhalten würden.

Auch der Laden in Thun wurde regelrecht überrannt: «Von überall her sind Leute gekommen», erzählt Kissling. Die halbe Tonne Gourmet-Raclettekäse ist nun weg. Dennoch können die Raclette-Sorten bei Frischer Fritz weiterhin bezogen werden: Die Randstücke und nicht massgeschneiderten Scheiben seien jetzt fix im Angebot, da diese ständig bei der Produktion des Raclettekäses anfallen würden, sagt Kissling.

Kissling verkauft das Kilo für 19 Franken. Ein User auf Facebook merkte kritisch an, dass Raclette in normgerechten Scheiben bei Aldi beispielsweise deutlich weniger koste. Ihr sei durchaus klar, dass Raclette-Käse bei manchen Detailhändlern günstiger zu haben sei, räumt die Frischer-Fritz-Gründerin ein. Doch erstens seien 19 Franken angesichts der hohen Qualität der vorliegenden Sorten noch immer vergleichsweise günstig. Zweitens habe der Arbeitsaufwand hinter der Rettung von Lebensmitteln – sortieren, neu verpacken, beschriften und so weiter – eben seinen Preis. «Wer ein Schnäppchen will, ist bei Aldi und Denner sicher besser aufgehoben», sagt Kissling unverblümt. Drittens sammle Frischer Fritz auch keine Spenden: «Irgendwie müssen wir uns letztlich finanzieren.» Die Einnahmen seien nicht mehr als kostendeckend.

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