OPEC-Beschluss lässt Ölpreis sinken
Aktualisiert

OPEC-Beschluss lässt Ölpreis sinken

Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) belässt ihre Förderquoten auf hohem Niveau. Nach diesem Beschluss gab der Ölpreis deutlich nach.

Die Fördermenge wurde von den Ministern des Öl-Kartells am Mittwoch an ihrem Treffen in Wien beschlossen.

Damit beträgt die seit Juli 2005 gültige Produktionsmenge weiter 28 Mio. Fass pro Tag. Das ist eine der höchsten Förderquoten der vergangenen 25 Jahre. Das Kartell der elf Staaten produziert allerdings weit mehr. Die OPEC, der vorwiegend arabische Länder angehören, steht für 40 Prozent der weltweiten Ölproduktion.

Politische Sorgen

Die Ölpreise werden derzeit vor allem von der Sorge um eine Verschärfung des Atomkonflikts mit dem Öl-Land Iran auf hohem Niveau gehalten. Iran versicherte allerdings erneut, seine Exporte nicht einschränken zu wollen.

«Die Unsicherheit wegen des Irans sowie die Probleme in Nigeria und Saudi-Arabien haben ein Klima geschaffen, in dem bei einer Kürzung die Preise ausser Kontrolle geraten könnten», sagte OPEC- Präsident Edmund Daukro, der nigerianische Ölminister.

«Wir sind nicht an einer Produktionssenkung interessiert», sagte auch der saudische Ölminister Ali el Nuaimi. «Ich hoffe, wir müssen das in diesem Jahr auch nicht tun.» Vor allem Venezuela hatte für eine Senkung der Förderquoten um gut 500 000 Fass pro Tag plädiert.

Ölmarkt gut versorgt

Algeriens Ölminister Chakib Kehlil betonte, dass der Ölmarkt weltweit gut versorgt sei: «Die Lagerbestände sind hoch, aber die Preise sind es auch.» Er erwarte, dass die Nachfrage im zweiten Quartal niedriger sein werde.

Dies sei «für die OPEC eine gute Gelegenheit, ihre Bereitschaft zu zeigen, den Markt zu stabilisieren und sicherzustellen, dass die Preise nicht zu weit steigen».

Kehlil betonte, dass der Preis für ein Fass OPEC-Rohöl derzeit um 10 bis 15 Dollar höher liege, als es der Marktlage entspreche. Dafür seien das Wachstum der Weltwirtschaft, die grosse Nachfrage sowie die politischen Probleme und die Spekulation verantwortlich.

Lagervorräte gestiegen

Nach der OPEC-Entscheidung und der Veröffentlichung der Lagerbestände in den USA gaben die Ölpreise deutlich nach. Ein Fass (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete am Mittwochabend 60.30 Dollar und damit 1.28 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Dienstag. Für ein Fass der europäischen Sorte Brent wurden 60.05 Dollar verlangt, das sind 1.12 Dollar weniger.

In den USA stiegen die Lagervorräte an Rohöl in der vergangenen Woche um 6,8 Mio. auf 355,1 Mio. Fass, wie das Energieministerium in Washington bekannt gab.

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