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OPEC: Fördermenge wird nicht gedrosselt

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat am Montag in Wien ihre Beratungen über die künftigen Fördermengen begonnen. Eine Drosselung wird nicht erwartet.

Auf dem Weg zur Sitzung bekräftigte der iranische Ölminister Kasem Wasiri Äusserungen seiner Kollegen vom Wochenende, dass das Kartell seine Förderung wohl auf dem derzeitigen Rekordniveau belassen werde.

Gleichzeitig pflichtete er jedoch anderen OPEC-Mitgliedern bei, die Sorgen über den jüngsten Rückgang des Ölpreises geäussert hatten. Aus den Ländern des Kartells kommt etwa ein Drittel des weltweit geförderten Erdöls.

Das Kartell hat Bedenken, dass vor allem das Erlahmen der US- Konjunktur die Nachfrage 2007 drücken und zu einem dauerhaften Rückgang der Ölpreise führen könnte.

Sondertreffen geplant

An ihrem Treffen in Wien will die OPEC ihren Präsidenten deshalb ermächtigen, noch vor ihrem nächsten regulären Treffen im Dezember eine Sondersitzung einzuberufen, um notfalls eine Kürzung der Förderung beschliessen zu können.

Allerdings sind sich die OPEC-Minister bewusst, dass etwa ein Hurrikan oder der Streit um Irans Atomprogramm jederzeit die Preise wieder höher treiben könnte. Das wiederum könnte die wirtschaftliche Abkühlung beschleunigen und so die Öl-Nachfrage dauerhaft bremsen.

Entspannung am Ölmarkt

Die Lage am Ölmarkt entspannte sich derweil weiter. Der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im Oktober sank am Montag zeitweise um über 60 Cent auf 64.64 Dollar. US-Leichtöl verbilligte sich ebenfalls um mehr als 60 Cent auf 65.55 Dollar.

Mitte Juli hatte der US-Ölpreis bei 78.40 Dollar einen Rekord erreicht. Vor allem die relativ hohen US-Ölvorräte und das Ende des Libanon-Krieges sorgten seither für Entspannung. Trotz des jüngsten Preisrückgangs kostet Öl aber immer noch rund drei Mal so viel wie Anfang 2002. (sda)

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