Aktualisiert 19.10.2004 08:04

Opel will alle Standorte retten

Der angeschlagene Autobauer Opel will die Standorte Bochum, Rüsselsheim und Kaiserslautern retten und den geplanten Stellenabbau sozialverträglich gestalten.

In einer am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat hiess es: «Beide Seiten verfolgen das Ziel, die Standorte Rüsselsheim und Bochum soweit wettbewerbsfähig zu machen, dass sie über 2010 hinaus als Automobilwerke erhalten werden können. Dies gilt analog für das Werk Kaiserslautern.»

Vorstand und Gesamtbetriebsrat vereinbarten zudem, «nach Lösungen zu suchen, um die Personalanpassungen im Rahmen der geplanten Restrukturierung sozialverträglich zu gestalten». Dies schliesse auch «die Regelung zur Beschäftigungssicherung in der für alle Standorte der Adam Opel AG gültigen Turnaround-Betriebsvereinbarung ein».

Die weiteren Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat sollen zügig fortgesetzt werden. Erste Gespräche über den angekündigten Abbau von 10.000 Stellen bei Opel waren am Montagabend vertagt worden.

Nach Worten des Generalsekretärs des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes, Reinhard Kuhlmann, ist ein «gebremster, aber zaghafter Optimismus» zu spüren. Die Ankündigung der am heutigen Dienstag stattfindenden europaweiten Proteste der General-Motors-Arbeitnehmer habe bereits Erfolg gezeigt, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Es zeichne sich Verhandlungsbereitschaft ab, was den Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen in ganz Europa angehe, ausserdem sei nicht mehr von sofortigen Standortschliessungen die Rede. «Das bewegt sich in eine richtige Richtung», sagte Kuhlmann.

Am heutigen Dienstag wollen die Beschäftigten von General Motors in ganz Europa gegen die drastischen Sparpläne des US-Konzerns mobil machen. Allein im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim werden rund 15.000 Mitarbeiter zu einer Informationsveranstaltung im Rahmen des Aktionstages erwartet, mindestens 10.000 Teilnehmer erwartet der Opel-Betriebsrat in Bochum. Unterdessen dauerten die Protestaktionen vor den Toren des Opel-Werks in Bochum auch am Dienstagmorgen an. Die Bänder standen damit den sechsten Tag in dem Werk still. (dapd)

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