Aktualisiert 07.06.2012 15:53

Teurer DurstOpenair nimmt Besuchern Getränke ab

Am Touch The Air in Wohlen AG ist es neuerdings verboten, Getränke von ausserhalb auf das Hauptgelände und den Campingplatz mitzunehmen. Die Openair-Besucher laufen Sturm.

von
F. Burch

Die guten alten Zeiten, als Openair-Gänger mit Leiterwagen voll Bier die Festivalgelände stürmten, sind schon lange vorbei. Die Veranstalter sind der teuren Bands und dem harten Wettbewerb wegen unter Druck und ergreifen immer extremere Massnahmen. Konsumzwang-ähnliche Regeln sind ein Mittel.

Das Touch The Air Openair in Wohlen AG, an dem dieses Jahr Top-Acts wie Pitbull, Cypress Hill oder Wu-Tang Clan auftreten, erlaubt erstmals gar keine eigenen Getränke mehr, und zwar nicht nur auf dem Hauptgelände, sondern auch auf dem Campingareal. Ferris Bühler, Sprecher des Openairs, bestätigt gegenüber 20 Minuten Online: «Bei den Getränken herrscht Nulltoleranz, Proviant kann jeder so viel mitnehmen, wie er will.»

Dass kein einziger Deziliter – auch nicht Wasser - aufs Gelände gebracht werden darf, begründet Bühler folgendermassen: «Weil dadurch die entsprechenden Kontrollen vereinfacht werden, können die Wartezeiten an den Eingängen verkürzt werden.» Und: «Werden nicht mehr literweise Pet-Flaschen in den Zelten gehortet, ist die Gefahr, dass K.o.-Tropfen und Ähnliches in solche gemischt wird, viel kleiner.» Weiter verweist Bühler auf das Shoppyland auf dem Gelände in Wohlen, wo Getränke und Esswaren zu fairen Preisen angeboten würden. Ein Liter frisches Trinkwasser kostet aber auch dort zwei Franken.

«So macht es keinen Spass mehr»

Manuel (18), der das Touch The Air bereits einmal besucht hat, ist erzürnt: «Den Durst aus der eigenen Wasserflasche zu löschen, das gehört einfach dazu.» Er und seine Kollegen fragen sich, ob es irgendeinen vernünftigen Grund «ausser Abzocke» für das Verbot gibt. Dominic (21) überlegt sich gar, das Festival zu boykottieren. «Die wollen uns einfach nur noch das Geld aus der Tasche ziehen, so macht das keinen Spass mehr.»

Bühler wehrt sich gegen den Abzock-Vorwurf: «Im Vor-Vorverkauf kostete ein 3-Tages-Ticket 80 Franken, jetzt sind es 130 Franken, das sind extrem faire Preise. Zusammen mit dem Shoppyland, wo Getränke und auch Esswaren zu Tankstellenpreisen gekauft werden können, bieten wir ein Openair-Wochenende zu ausgezeichneten Konditionen an.»

Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung Konsumentenschutz, sagt: «Auch die Tankstellenpreise sind überteuert.» Openair-Veranstalter seien aufs Kassieren aus, weil sie wüssten, dass die Leute sich an solchen Events mehr gönnen als an einem normalen Wochenende. Das Wichtigste ist für Stalder aber, dass die Getränke-Regelung gut sichtbar bereits beim Verkauf der Tickets aufgeführt ist und dass es auf dem Gelände Zugang zu Gratis-Trinkwasser gibt. Dies ist am Touch The Air gewährleistet. Es gibt mehrere Trinkwasserstellen und auch bei den WC-Anlagen ist Wasser erhältlich.

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