Aktualisiert 25.06.2009 14:28

«Umwelt-Champions»OpenAir St. Gallen top, Fussball flop

Der WWF hat eine Liste der «Umwelt-Champions» unter den Grossveranstaltern erstellt. Ganz oben auf der Liste steht das OpenAir St. Gallen, schlechte Noten bekamen Fussball und Eishockey.

Grossveranstaltungen belasten die Umwelt. Umso wichtiger ist es, die Belastung möglich klein zu halten. Paléo Festival Nyon, OpenAir St. Gallen, Lucerne Marathon, Engadin Ski Marathon und Orange Cinema tun das am besten - das zeigt eine neue Studie des WWF Schweiz.

Grossveranstaltungen in Sport und Kultur locken in der Schweiz jährlich gegen neun Millionen Besucher an. Das bedeute gute Unterhaltung, aber auch eine grosse Umweltbelastung, heisst es in einer Medienmitteilung des WWF vom Donnerstag.

Umweltkonzept

Die An- und Abreise sowie die Verpflegung fallen dabei besonders ins Gewicht. Für die Studie wurden zudem die Bereiche Abfall/Wasser und Energie/Infrastruktur sowie die Existenz und die Qualität eines Umweltkonzepts untersucht.

Die ökologischen Spitzenreiter unter den Veranstaltungen zeigen laut WWF, wie sich die Umwelt-Performance positiv beeinflussen lässt. Das Paléo Festival Nyon, das OpenAir St. Gallen, der Lucerne Marathon, der Engadin Ski Marathon und die Orange Cinema fördern die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr, haben fast alle ein Umweltkonzept, nutzen Ökostrom, kompensieren ihre CO2-Emissionen, setzen auf Recycling und teilweise auch auf Bio-Catering.

Fussball und Hockey kommen schlecht weg

Ganz anders sieht es bei den Veranstaltern im Fussball und Eishockey aus. Ein Umweltkonzept fehlt bei allen Vereinen, die bei der WWF-Studie mitgemacht haben. Mehrweggeschirr oder andere Umweltmassnahmen im Catering finden sich ebenfalls fast nirgends. Immerhin ist die Anreise mit dem ÖV teilweise im Ticketpreis inbegriffen.

Auch beim Filmfestival Locarno, bei den Omega European Masters Crans Montana (Golf) oder bei den meisten eidgenössischen Volksfesten würden Umweltanliegen nur sehr schwach berücksichtigt, schreibt die Umweltorganisation. Sie bezeichnet diese Veranstaltungen als Nachzügler.

Die Herausforderer

Elf Veranstaltungen werden als «Herausforderer» bezeichnet. Sie zeigen gute Ansätze und wollen ihr Umweltengagement verstärken. Es handelt sich um die folgenden Veranstaltungen:

CSI-W Génève, Grand-Prix Bern, Course de l'Escalade Génève, Weltklasse Zürich, Ruderwelt Luzern, Beach Grand Slam Gstaad, Freestyle.ch, Swiss Olympic Gigathlon, Greenfield Festival Interlaken, Heitere Open Air, Gurtenfestival.

Die Aussenstehenden

Separat erfasst wurden grosse Veranstaltungen, die alle drei bis sechs Jahre oder dezentral stattfinden, wie die Turn-, Schwing- und Jodelfeste oder der «slowUp». Auch diese Veranstaltungen wiesen Optimierungspotenzial in Sachen Umweltschutz auf, sagt der WWF.

40 von 78 angeschriebenen Veranstaltern haben nicht geantwortet. Die Mehrheit von ihnen dürfte den Nachzüglern und einige wenige den Herausforderern zuzurechnen sein, schreibt der WWF Schweiz.

(sda)

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