Abstimmung - Openair St. Gallen wirbt für Covid-19-Gesetz und erntet Shitstorm
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AbstimmungOpenair St. Gallen wirbt für Covid-19-Gesetz und erntet Shitstorm

«Die Kultur braucht ein Ja zum Covid-19-Gesetz», so die Nachricht auf den Social Media Kanälen des Openair St. Gallen. Das Einmischen in die Politik sorgt für Kritik.

von
Alexandra Maria-Victoria Andrist
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Auf Facebook und Instagram postete das Openair St. Gallen einen Aufruf zur Unterstützung für ein «Ja» zum Covid-19-Gesetz.

Auf Facebook und Instagram postete das Openair St. Gallen einen Aufruf zur Unterstützung für ein «Ja» zum Covid-19-Gesetz.

Facebook/Openair St. Gallen 
Die negative Gegenreaktion kam schnell. Viele Kommentierende drohten damit, das Festival in Zukunft zu boykottieren.

Die negative Gegenreaktion kam schnell. Viele Kommentierende drohten damit, das Festival in Zukunft zu boykottieren.

Facebook/Openair St. Gallen 
Mehr als 160 Personen kommentierten den Beitrag auf Facebook, bevor der Beitrag für weitere Kommentare geschlossen wurde.

Mehr als 160 Personen kommentierten den Beitrag auf Facebook, bevor der Beitrag für weitere Kommentare geschlossen wurde.

Facebook/Openair St. Gallen/Marius Pohl

Darum gehts

  • Ein Social Media Post des Openair St. Gallen hat bei seinen Followern eine negative Reaktion hervorgerufen.

  • Der Post rief zu einem «Ja» bei der Abstimmung zum Covid-19-Gesetz auf.

  • Viele beklagen die politische Message der Organisierenden des Festivals.

  • Einige User wollen das Openair nun in Zukunft boykottieren.

  • Die OASG-Organisierenden reagieren gelassen auf die Kritik.

Am Montag haben die Organisierenden des Openairs St. Gallen auf den Social Media Kanälen des Festivals eine klar politische Mitteilung veröffentlicht. In den Posts sprechen sich die OASG-Organisierenden klar für ein «Ja» bei der Abstimmung zum Covid-19-Gesetz vom Sonntag aus. Auf Facebook steht etwa, die Kultur brauche ein Ja. «Jede Stimme zählt. Für die ganze Eventbranche. Für die Unterstützung von Kultur und Sport», heisst es weiter.

Die Botschaft der Veranstaltenden des beliebten Openairs ist direkt und klar. Ebenso klar und direkt sind die Reaktionen in den Kommentaren. Bei über 160 Kommentaren zum Facebook-Post gibt es wenig Lob und Unterstützung, wie auch Die Ostschweiz berichtete. Viele meinen, nun nie wieder ans Openair St. Gallen gehen zu wollen. Viele Kommentierende empfinden den politischen Charakter des Posts als unwillkommen. «Klassisches Eigengoal von Euch. Und tschüss OASG. Politisches Statement als Veranstalter geht gar nicht» sagt eine Userin auf Facebook stellvertretend für viele andere. In einem Kommentar auf Instagram schreibt eine Frau, sie sei nicht nur gegen das Gesetz, sondern sage ab sofort auch Nein zum Openair.

Viele forderten zudem, den Beitrag zu löschen: «Noch ist Zeit, diesen Beitrag zu löschen. Informiert euch.», kommentierte eine Person den Beitrag. Der Beitrag bekam 46 Likes. Doch die Festival-Verantwortlichen haben sich anders entschieden.

Festival bleibt trotz Shitstorm gelassen

Das OSGA hat mittlerweile eine Stellungnahme zu dem umstrittenen Beitrag auf Facebook veröffentlicht. «Mit dieser Empfehlung soll sich jede:r seine eigene, unabhängige Meinung bilden und dementsprechend bis am 13. Juni abstimmen», schreiben die OASG-Organisierenden.

Dies sei nicht das erste politische Statement, das die Festivalcrew auf Social Media gepostet habe. Sie hätten sich schon mehrfach zu gesellschaftlichen Themen wie Umweltthemen, Frauenstreik oder Wahlen in Europa geäussert. «In unserer direkten Demokratie kann und soll unbedingt diskutiert werden. Gerne auch kontrovers. Zum Thema Covid-19-Gesetz herrscht unter den Branchenverbänden im Kultur-, Veranstaltungs- und Sportbereich Konsens und wird einhellig ein JA empfohlen. Das tun auch wir», sagt Nora Fuchs, Mediensprecherin des Openair St. Gallen.

Absage Ausgabe 2021

Das Openair St. Gallen wurde dieses Jahr – wie auch schon im Vorjahr – aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Mit mehr als 100’000 Besuchern in einem normalen Jahr wird das nächste Openair St. Gallen wohl nicht allzu sehr von potentiellen Boykotteuren betroffen sein.

Auch an der Einstellung dürften die Organisierenden wenig ändern. In der Stellungnahme heisst es nämlich: «Als Festival mit klarer Haltung äussern auch wir uns immer wieder zu gesellschaftlich relevanten Themen, speziell im Rahmen von Take A Stand Initiative und unserem ökologischen Engagement. Dies entspricht unserer Wahrnehmung und unserem Selbstverständnis als engagierter und verantwortlicher Teilnehmer unserer Gesellschaft.»

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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