17.07.2018 15:52

Angeblicher Shitstorm

Openair wegen militanter Tierschützer abgesagt?

Mitte August sollte in Busswil bei Melchnau BE ein Openair stattfinden. Das OK teilt nun mit, das «militante Tierschützer» den Anlass verhindert hätten. Das sei eine Lüge, so ein Kritiker.

von
ber
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Das Buesu Openair ist abgesagt: Die Veranstalter informieren in grossen Lettern auf Facebook.

Das Buesu Openair ist abgesagt: Die Veranstalter informieren in grossen Lettern auf Facebook.

Facebook
Weil es mit dem ersten Standort angeblich nicht klappte, wurde das Openair auf das Areal von Morgenthaler Garten verschoben.

Weil es mit dem ersten Standort angeblich nicht klappte, wurde das Openair auf das Areal von Morgenthaler Garten verschoben.

Marcel Bieri
Dieses liegt etwas ausserhalb des Dorfes.

Dieses liegt etwas ausserhalb des Dorfes.

Google Maps

Das Buesu Openair im bernischen Busswil bei Melchnau sei abgesagt worden, weil sich eine «militante» Gruppe gegen das OK gestellt habe: Dies berichtete am Dienstag das «Langenthaler Tagblatt». Konkret schreiben die Organisatoren auf ihrer Website: «Der im OK engagierte Gemeindepräsident wurde täglich mit Hasstiraden, beleidigenden E-Mails und wüsten SMS-Nachrichten eingedeckt.» Die Sicherheit der Festbesucher, Helfer und Bands habe unter diesen Umständen nicht gewährleistet werden können.

Alles begann im vergangenen März: «Ein paar Enthusiasten», wie sich das OK selbst bezeichnet, wollten zu Ehren der lokalen Band Keep Close ein Openair organisieren. Auf der Website des auf den Namen Buesu Openair getauften Anlasses konnte kurze Zeit später bereits das Festivalgelände eingesehen werden. Teile des Openairs sollten gemäss diesem Plan direkt ans Land der Familie Berchtold angrenzen. Diese wusste davon aber nichts.

«Wir wollten nicht Spielverderber sein»

Das warf bei den Betroffenen Fragen auf. Adrian Berchtold: «Wir wollten nicht als Spielverderber dastehen, sondern lediglich das Nötigste klären.» Doch Gemeindepräsident und Mitorganisator Peter Wegmüller habe nicht informiert. An der Gemeindeversammlung im Juni sorgte dies für rote Köpfe: Mehrere Einwohner verlangten eine bessere Kommunikation und kritisierten den Präsidenten harsch.

Schliesslich traf sich Wegmüller mit den Berchtolds, um die Situation anzuschauen: Die Bauernfamilie brachte Themen wie Abfallkonzept, Eingangskontrollen oder Konzertzeiten aufs Tapet – ohne zufriedenstellende Antworten zu erhalten. «Wegmüller gab nur ausweichend Auskunft oder stellte auf stur und sagte, das gehe uns nichts an», so Berchtold.

Letzte Woche die Wende: Wegmüller teilte mit, dass auf dem Areal von Morgenthaler Gartenbau ein neues Festivalgelände bereitstehe. Wie es zu diesem Sinneswandel kam, habe er gegenüber Berchtold nicht ausführen wollen. «Die Sache ist für euch erledigt», hab er bloss per Mail geschrieben.

Der Organisator schweigt

Vor wenigen Tagen kam es dann zum Eklat: «Leider musste das Buesu Openair heute wegen militanten Tier- und Naturschützern aus Sicherheitsgründen und schweren Herzens abgesagt werden», schreibt das Buesu Openair auf der Website und auf Facebook. Begründet wird das Ganze mit angeblichen Hasstiraden, beleidigenden E-Mails und wüsten SMS-Nachrichten, die Wegmüller erhalten habe. Belege dafür blieb er aber schuldig.

Adrian Berchtold versteht die Welt nicht mehr: «Wir haben ganz normal gefragt, von Beleidigungen oder Hasstiraden war da keine Spur. Diese Anschuldigungen sind Lügen.» Berchtold vermutet, dass die Absage des Openairs andere Gründe hat.

Auf Anfrage von 20 Minuten will Wegmüller die Situation nicht weiter kommentieren und wiederholt mehrmals: «Ich äussere mich nicht zu diesem Openair.»

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