Aktualisiert 30.11.2011 20:08

Umstritten

Opera überwacht per Video das Bruchquartier

Im Kampf gegen das Lärmproblem setzt der Club Opera nun auf mobile Videoüberwachung. Dies ist jedoch rechtlich nicht ganz unproblematisch.

von
Lena Berger
Opera-Besitzer Kant (r.) und Minacapilli filmen rund um den Club. (Foto: ber)

Opera-Besitzer Kant (r.) und Minacapilli filmen rund um den Club. (Foto: ber)

Das Opera lässt seine Security und die Putzequipe dabei filmen, wie sie im Quartier für Ruhe und Ordnung sorgen. «Wir wollen damit beweisen, dass die Lärmklagen un­gerechtfertigt und erfunden sind», sagt Clubbesitzer Milos Kant. Seit Juni filmen jeweils in der Nacht auf Sonntag zwei ­Kameras von Mitternacht bis 7 Uhr morgens im Quartier – die eine überwacht fix die Kreuzung Bruch-/Kasimir-Pfyffer-Strasse, die andere wird mobil eingesetzt. «Jetzt können wir belegen, dass es im Quartier ruhig ist», sagt Mitbesitzer Massimo Minacapilli.

Die Videoüberwachung kommt aber nicht überall gut an. «Die Opera-Leute filmen ohnehin nur dort, wo es gar nicht brennt», kritisiert eine Anwohnerin. «Das ist eine Frechheit. Es kann doch nicht sein, dass ich auf meinem Heimweg ständig gefilmt werde», ärgert sich ein anderer.

Tatsächlich ist das Filmen von Passanten gemäss Eliane Schmid, Sprecherin des eidg. Datenschützers, problematisch. «Private Überwachung auf öffentlichem Grund ist nur in absoluten Ausnahmefällen zulässig, zum Beispiel wenn die Verhinderung von Gewalttaten sie rechtfertigt.» Zudem müsse sie mit den zuständigen Behörden abgesprochen sein. Eine solche Bewilligung wurde jedoch gemäss Recherchen von 20 Minuten nicht eingeholt. «Betroffene Anwohner können gegen den Club allenfalls zivilrechtlich vorgehen», so Schmid. In diesem Fall würde die Überwachung gemäss Kant sofort eingestellt.

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