Aktualisiert 25.08.2015 13:44

Region BaselOperation am «Herzstück» für bessere S-Bahn

Die Wirtschaftsverbände beider Basel zielen auf einen Ausbau der S-Bahn ab und erwarten damit einen Quantensprung für das regionale Verkehrssystem.

von
cs
Gabriel Barell (l.) vom Gewerbeverband, Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter und Grossrat Christian Egeler (r.) erläuterten zusammen mit weiteren Vertretern der Wirtschaft beider Basel die Vorteile für ein leistungsfähigeres S-Bahn-Netz.

Gabriel Barell (l.) vom Gewerbeverband, Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter und Grossrat Christian Egeler (r.) erläuterten zusammen mit weiteren Vertretern der Wirtschaft beider Basel die Vorteile für ein leistungsfähigeres S-Bahn-Netz.

«Die Region braucht ein leistungsfähiges Verkehrssystem», sagt die Baselbieter CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter und unterstreicht damit den Wunsch der Wirtschaftsverbände beider Basel, das mangelhafte S-Bahn-Netz zu optimieren. «Die Nutzung der S-Bahn beginnt und endet heute meist am Bahnhof SBB oder am Badischen Bahnhof», betont Gabriel Barell vom Gewerbeverband Basel-Stadt. Die Erreichbarkeit der Innenstadt und der Arbeitsplatzgebiete sei so relativ aufwendig.

«Es muss einfach zuviel umgestiegen werden», sagt Barell. Das ist unbequem und damit einer der Hauptgründe, warum so viele Menschen im Agglomerationsverkehr das Auto nutzen würden. Des weiteren müssten Leute und Gebiete, die ausserhalb der Tramrayons liegen, besser erschlossen werden. Bestes Beispiel ist laut den Verbänden der EuroAirport, der mit dem ÖV nach wie vor nur mühsam zu erreichen sei.

Das grundlegende Element des geplanten Regio-S-Bahn-Ausbaus sei das sogenannte «Herzstück» zwischen dem Bahnhof SBB und dem Badischen Bahnhof. «Mit neuen Durchmesserlinien würde die Stadt wieder mehr ins Zentrum rücken», so Barell. «Die momentanen Wartezeiten von bis zu acht Minuten an den Wendebahnhöfen ist für die Fahrgäste einfach unattraktiv». Deshalb sollen die wichtigsten S-Bahn-Linien in Zukunft ohne Richtungswechsel durch die Region fahren. Damit könnte die Frequenz auf drei Minuten erhöht werden.

Wirtschaft wird gestärkt

Laut den Wirtschaftsverbänden würden sogar noch positivere Nebeneffekte dazukommen: Das Autostrassennetz würde dank sinkendem Pendelverkehr entlastet. Dazu käme der wirtschaftliche Effekt: «Ein gut ausgebautes und grenzüberschreitendes Verkehrsnetz bildet die Grundlage für eine prosperierende wirtschaftliche Entwicklung», erklärt Martin Dätwyler von der Handelskammer beider Basel.

Das Vorprojekt ist laut Nationalrätin Schneider-Schneiter endlich gestartet. Die Finanzierung ist durch den Bund vorgesehen, betont sie. Doch sei das Projekt Herzstück damit noch lange nicht gesichert. «Die Wichtigkeit dieses Generationenprojekts und damit die Entwicklung des Wirtschaftsraums Basel erfordert, dass die gesamte Region, also beide Halbkantone, voll und ganz dahinter steht», so die Nationalrätin. Bis wann die neue S-Bahn im besten Falle gebaut würde, sei noch unklar. Der Zeitaufwand für ein Grossprojekt wie das Herzstück Regio-S-Bahn dürfe nicht unterschätzt werden. Alleine die Planungsarbeiten würden rund acht bis zehn Jahre in Anspruch nehmen.

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