Aktualisiert 12.01.2020 15:59

Gefährliche EssensresteOperation am offenen Herzen – wegen Popcorn

Nachdem Adam Martin aus Cornwall sich ein Stück Puffmais aus den Zähnen gepult hatte, ging es im zusehends schlechter. Schliesslich bestand Lebensgefahr.

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Nie wieder Popcorn – das hat sich Adam Martin aus Cornwall geschworen.

Nie wieder Popcorn – das hat sich Adam Martin aus Cornwall geschworen.

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Der Grund: Ein Stück davon hatte sich zwischen seinen Zähnen festgesetzt.

Der Grund: Ein Stück davon hatte sich zwischen seinen Zähnen festgesetzt.

iStock/Chainarong Prasertthai
Bei dem Versuch, das widerspenstige Popcornstück mithilfe von Alltagsgegenständen wie einem Stiftdeckel, einem Zahnstocher, einem Stück Draht und sogar einem Metallnagel zu entfernen, fing er sich eine lebensgefährliche Infektion ein.

Bei dem Versuch, das widerspenstige Popcornstück mithilfe von Alltagsgegenständen wie einem Stiftdeckel, einem Zahnstocher, einem Stück Draht und sogar einem Metallnagel zu entfernen, fing er sich eine lebensgefährliche Infektion ein.

iStock/Estradaanton

Für viele Menschen gehören Hollywoodfilme und Popcorn einfach zusammen. Auch Adam Martin und seine Frau Helen griffen gerne zu. Zumindest war dies bisher so. Doch nach einem Filmabend im September 2019 hat sich ihre Haltung dazu geändert.

Zunächst quälte den Feuerwehrmann nur ein Stückchen Puffmais, das sich zwischen seinen Zähnen festgesetzt hatte. Entsprechend engagiert bemühte sich der 41-Jährige, den Fremdkörper wieder loszuwerden. Dabei nutzte er alles, was ihm in die Finger kam: einen Stiftdeckel, einen Zahnstocher, ein Stück Draht und sogar einen Metallnagel. Jedoch ohne Erfolg – das Popcorn blieb, wo es war.

Dafür entzündete sich sein Zahnfleisch und seine Zähne fingen an zu schmerzen. Das irritierte ihn jedoch nicht weiter.

Gerade noch rechtzeitig

Doch dann verschlechterte sich Martins Zustand mit jedem Tag. Er war ständig müde und hatte Kopfschmerzen. Nachts litt er unter Schweissausbrüchen. Ausgehend von den Symptomen dachte der 41-Jährige, er sei an Grippe erkrankt, und suchte seinen Hausarzt auf. Hätte er das nicht gemacht, «wäre ich drei Tage später tot gewesen», so Martin zu Cornwalllive.com.

Der Mediziner stellte erhöhte Entzündungswerte fest, eine Ursache konnte er jedoch nicht ausmachen. Er verschrieb seinem Patienten ein Medikament und schickte ihn heim.

Lebensbedrohlicher Infekt

Doch statt dass der Zustand Martins besser wurde, verschlechterte er sich immer weiter. Zu den Grippesymptomen gesellten sich starke Schmerzen in den Beinen. Als sich unter seinem linken Fuss auch noch eine Blutblase bildete, suchte er ein Spital auf.

Dort erkannten die Mediziner endlich, wie schlimm es um den Briten stand. Über die Verletzungen in seinem Mund waren wohl Bakterien über das Blut zum Herzen gelangt, wo sie eine Endokarditis ausgelöst hatten. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Herzinnenhaut.

Blutblasen, wie die unter Martins Fuss – sogenannte Janeway-Läsionen – gelten als typisches Anzeichen für die Erkrankung.

Lektion gelernt

Der Infekt hatte das Herz des 41-Jährigen bereits schwer angegriffen. «Die Infektion hatte meine Herzklappen richtiggehend aufgefressen», so Martin zu Cornwalllive.com. «Ich war dem Tod schon sehr nahe.» In einer siebenstündigen Operation gelang es den Ärzten jedoch, diese zu ersetzen. Bereits Ende Oktober konnte Martin aus dem Spital entlassen werden.

Wäre die Infektion früher erkannt worden, hätte sie Medienberichten zufolge noch mit Antibiotika behandelt werden können. Das hat auch Martin mittlerweile eingesehen: «Ich hätte einfach direkt zum Zahnarzt gehen sollen.» Und: «Ich werde ganz sicher nie wieder Popcorn essen.»

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