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Erleichterte EinbürgerungOperation Libero sagt SVP-Glarner den Kampf an

Andreas Glarners Burka-Plakate gegen die erleichterte Einbürgerung geben zu reden. Die Operation Libero bläst zum Gegenangriff.

von
daw
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Die Operation Libero will ebenfalls Leuchtreklame schalten. Im Bild: Die Kampagnenleiter Annina Fröhlich und Stefan Egli.

Die Operation Libero will ebenfalls Leuchtreklame schalten. Im Bild: Die Kampagnenleiter Annina Fröhlich und Stefan Egli.

zvg
Am Montag startete das Nein-Komitee um SVP-Nationalrat Andreas Glarner seine Kampagne.

Am Montag startete das Nein-Komitee um SVP-Nationalrat Andreas Glarner seine Kampagne.

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Die Operation Libero kontert die Burka-Plakate des Komitees «gegen erleichtere Einbürgerung» mit einem Meme.

Die Operation Libero kontert die Burka-Plakate des Komitees «gegen erleichtere Einbürgerung» mit einem Meme.

@OperationLibero/Twitter

Eine Frau mit Gesichtsschleier begrüsst seit Montag die Pendler an grösseren Schweizer Bahnhöfen. Mit den Plakaten kämpft ein Komitee rund um den Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner gegen die erleichterte Einbürgerung von jungen Ausländern der dritten Generation.

Das Sujet löste in den sozialen Netzwerken heftige Reaktionen aus. Zum Gegenangriff bläst die Operation Libero: Der Verein sammelt derzeit Geld für eine freche Kampagne in den sozialen Medien. Zudem will man Glarner am Zürcher Hauptbahnhof Konkurrenz machen. Kommt genug Geld zusammen, soll ein Gegenplakat um die Stimmen der Pendler buhlen. Die Operation Libero hatte mit ihren Aktionen bereits die Gegenkampagne bei der SVP-Durchsetzungsinitiative geprägt – und gesiegt.

Kampf für liberales Bürgerrecht

Co-Kampagnenleiter Stefan Egli sagt: «Angehörige der dritten Generation sind nicht Ausländer, sondern Schweizer.» Profitieren würden vor allem Italiener. «Die Burka zeugt davon, dass die Gegner keine Argumente haben.» Bislang hat der Verein einige tausend Franken gesammelt.

SVP-Präsident Albert Rösti begrüsst derweil Glarners Engagement. Die SVP bekämpfe das Gesetz, werde selbst aber vor allem eine Kampagne mit «Eigenleistungen der Sektionen» auf die Beine stellen. Auch das Sujet der Plakate findet Rösti in Ordnung. Die Burka-Frau zeige symbolisch auf, dass langfristig schlecht integrierte Leute unkontrolliert eingebürgert werden könnten.

«Nora Illi ist wohl die bekannteste Burka-Trägerin»

Auch der Zürcher SVP-Nationalrat Claudio Zanetti freut sich, dass nun über die Vorlage diskutiert wird. «Die Kampagne hat ihr Ziel erreicht.»

Über die Burka-Frau auf den Plakaten könne man streiten. Die berühmteste Burka-Trägerin sei wohl die Konvertitin Nora Illi vom Islamischen Zentralrat, scherzt Zanetti. Als Schweizerin würde sie nicht von einer erleichterten Einbürgerung profitieren. Aber: «Bei einer Kampagne zählen Symbolik und Wiedererkennungswert.»

Nicht äussern will sich SVP-Nationalrätin Yvette Estermann. Die Ärztin mit slowakischen Wurzeln stimmte im Parlament als Einzige ihrer Fraktion für die erleichterte Einbürgerung.

Die Abstimmung

Am 12. Februar stimmt die Schweiz über die erleichterte Einbürgerung für junge Ausländer der dritten Generation ab. Wer vom verkürzten Einbürgerungsverfahren profitieren will, muss verschiedene Bedingungen erfüllen:

- Die Person darf nicht älter als 25 Jahre sein. Sie muss hier geboren sein und mindestens fünf Jahre lang die Schule besucht haben.

- Ein Elternteil muss sich mindestens zehn Jahre in der Schweiz aufgehalten und hier mindestens fünf Jahre die obligatorische Schule besucht haben.

- Ein Grosselternteil muss in der Schweiz ein Aufenthaltsrecht erworben haben oder schon hier geboren worden sein.

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