An Fasnachtsbällen: Opfer dachte, Poppers sei ein Shot

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An FasnachtsbällenOpfer dachte, Poppers sei ein Shot

An zwei Fasnachtsbällen in Kriens und Ruswil haben zwei Männer Poppers konsumiert und mussten ins Spital. Der Konsum des Rauschmittels endete auch schon tödlich.

von
dag/mme
Wird Poppers getrunken statt inhaliert, kann es für den Konsumenten lebensgefährlich werden.

Wird Poppers getrunken statt inhaliert, kann es für den Konsumenten lebensgefährlich werden.

An den Fasnachtsbällen «Fapa» in Kriens und «Toxic» in Ruswil mussten am vergangenen Samstag zwei 22-jährige Männer in Spitäler eingewiesen werden. Beide hatten chemische Substanzen mit Rauschwirkung - so genannte Poppers - konsumiert.

Laut Medienmitteilung der Luzerner Staatsanwaltschaft vom Montag hatten die beiden Männer das Rauschmittel fälschlicherweise getrunken statt inhaliert. «Der Mann aus Kriens erhielt den Popper von einem Unbekannten», sagt Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Obwohl er nur einen Schluck in den Mund nahm und die Flüssigkeit gleich wieder ausspuckte, musste er von Kollegen in die Permanence in Luzern gebracht werden. Anschliessend wurde er ins Kantonsspital verlegt. Noch schlimmer erging es dem Mann, der die Toxic in Ruswil besuchte. «Gemäss ersten Ermittlungen, geht man davon aus, dass er das Fläschchen austrank, weil er dachte es sei ein Shot», sagt Kopp weiter. Anschliessend wurde er bewusstlos und musste auf die Intensivstation gebracht werden. Laut Kopp gab es auf dem Platz Luzern bisher keine ähnlichen Vorfälle.

Konsum kann tödliche Folgen haben

Wie fatal der Rausch enden kann, wenn das Fläschchen getrunken statt inhaliert wird, zeigte sich im Januar 2012: Eine 21-jährige Genferin verstarb nach einer Party im französischen Grenzgebiet (20 Minuten berichtete). Wird Poppers getrunken, ist die Wirkung um ein Vielfaches stärker. Die Folge: Ein Koma wegen zu wenig Sauerstoff im Blut kann auftreten.

Die Luzerner Staatsanwaltschaft warnt allerdings auch davor, Poppers zu inhalieren: «Eine Überdosis von Poppers kann auch durch das Inhalieren zu Blutdruckabfall, Schock, Blutarmut und zum Koma führen.»

Poppers sind indes nicht das einzige Thema, mit dem sich die Polizei an den aktuellen Fasnachtsbällen herumschlagen muss. Sie stellt fest, dass an diesen Anlässen vermehrt falsche Ausweise vorgewiesen werden, um Einlass zu erhalten. Die Masche: Jugendliche unter 16 Jahren würden den Ausweis einer anderen Person zeigen. Auch hier warnt die Staatsanwaltschaft: «Jugendliche müssen mit einem Strafverfahren und einem Eintrag ins Strafregister rechnen.»

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