Aktualisiert 25.03.2016 22:48

Verkehrsunfall in FrankreichOpfer wohnten in Freiburg und Waadt

In Frankreich ist ein Schweizer Kleintransporter mit einem Lastwagen kollidiert. Zwölf portugiesischen Passagiere aus der Westschweiz kamen ums Leben.

von
chk/mlr

Bei den Todesopfern eines schweren Verkehrsunfalls in Zentralfrankreich handelt es sich laut den französischen Behörden um zwölf Portugiesen. Gemäss Angaben der Kantone Freiburg und Waadt hatten nein der Opfer im Kanton Freiburg gelebt und drei im Kanton Waadt. Sie waren auf der Rückreise in ihre Heimat. Nach Angaben des portugiesischen Konsulats in Paris waren die Opfer zwischen sieben und 63 Jahre alt. Der Unfallwagen soll ein umgebauter Kleintransporter gewesen sein.

Das Unfallfahrzeug wurde zunächst als Minibus dargestellt. Tatsächlich handelte es sich aber um einen umgebauten Kleintransporter, dessen Ladefläche mit Ausnahme der Schiebetür keine Fenster hatte.

War Fahrzeug beförderungstauglich?

«Das Fahrzeug hatte Sitze und die Passagiere sassen nicht auf dem Boden», sagte ein Justizvertreter. «Die Ermittlungen werden zeigen müssen, ob das Fahrzeug zwölf Menschen befördern durfte», hiess es weiter. Der Fahrer des Kleintransporters und die beiden Insassen des Lastwagens, mit dem es zur Kollision kam, wurden verletzt. Der Alkoholtest beim Fahrer des Kleintransporters war negativ.

Das Unglück ereignete sich kurz vor Mitternacht auf dem Gebiet der Gemeinde Montbeugny im Département Allier auf einer als besonders gefährlich bekannten Strecke – Anwohner der Region sprechen von der «Strasse des Todes». Der Schweizer Aussenminister Didier Burkhalter äusserte seine Ergriffenheit und sein Beileid an die Angehörigen der tödlich verunglückten Personen.

Kaum Überholmöglichkeiten

Nach Angaben der Präfektur kam der Kleintransporter, der von Lausanne aus in Richtung Portugal unterwegs war, aus ungeklärter Ursache von seiner Fahrspur ab und prallte gegen den entgegenkommenden Fleischtransporter. Alle zwölf Passagiere kamen ums Leben.

Der Abschnitt der Nationalstrasse 79, auf dem sich das Unglück ereignete, gilt als Unfallschwerpunkt. Die Strecke sei «ziemlich monoton, es gilt ein Tempolimit von 90 Kilometern pro Stunde», es gebe kaum Möglichkeiten zum Überholen, sagte ein Vertreter der Justizbehörden.

«Manche Fahrer werden ungeduldig und andere schlafen ein.» Seit «mehr als 40 Jahren» werde darüber gesprochen, eine zweite Fahrspur für jede Richtung zu bauen. In allen als gefährlich eingestuften Abschnitten auf der Nationalstrasse N79 würden beide Fahrrichtungen doppelspurig ausgebaut, erklärte der französische Verkehrsstaatssekretär, Alain Vidalies, am Freitag. Dafür seien mehr als 100 Millionen Euro vorgesehen. (chk/mlr/afp)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.