Todesraser von Schönenwerd: Opferfamilie schockiert über neue Verhaftung

Aktualisiert

Todesraser von SchönenwerdOpferfamilie schockiert über neue Verhaftung

In der Woche, in der sie wegen eines Raser-Unfalls mit Todesfolge vor Gericht stehen, brettern zwei der Angeklagten mit 100 km/h durch ein Dorf. Die Angehörigen des Opfers können die Dreistigkeit kaum fassen.

von
ast

Laut einem Bericht von Tele M1 sind zwei der drei Angeklagten im Schönenwerd-Prozess während des laufenden Verfahrens erneut wegen Verkehrsdelikten verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft Solothurn bestätigte am Samstagabend die Verhaftung von Vedran B. und Cemal A.

«Nichts gelernt»

In der Zeitung «Der Sonntag» äussert sich die Opferfamilie der vor zwei Jahren getöteten 21-jährigen Lorena. «Das ist einfach unglaublich», sagt der Lebenspartner von Lorenas Mutter Brigitte W. Cemal A. und Vedran B. hätten «offenbar nichts gelernt». Er ist überzeugt, dass die Vorfälle während des laufenden Prozesses einen Einfluss auf das Urteil haben werden: «Spätestens jetzt wird der Richter merken, dass es unverbesserliche Raser sind».

«Zweifellos strafverschärfend»

Zu dieser Einschätzung kommt auch der Co-Gründer der Strassenopfer-Stiftung «Roadcross», Roland Wiederkehr: «Diese neuen Vergehen werden zweifellos strafverschärfend wirken.» Die Konsequenzen müssten «absolut hart sein», so Wiederkehr zu «Der Sonntag»: «So etwas kann die Gesellschaft nicht tolerieren.» Lorenas Tod durch das Raser-Trio hatte dazu geführt, dass «Roadcross» eine Volksinitiative für die härtere Bestrafung von Rasern gestartet hat. Wiederkehr erwartet im Fall Schönenwerd Gefängnisstrafen in der Höhe von fünf Jahren.

Urteil am 27. Oktober

Die drei 20-jährigen Männer griechischer, türkischer und kroatischer Herkunft müssen sich wegen vorsätzlicher Tötung verantworten. Der Schönenwerd-Prozess geht am Montag im Stadthaus Olten mit den Plädoyers des Staatsanwalts und der drei Verteidiger weiter. Die Urteilseröffnung ist auf den 27. Oktober angesetzt.

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