Opferhilfe verzeichnet mehr Anfragen

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Opferhilfe verzeichnet mehr Anfragen

Die Opferhilfe ist gefragt: Im letzten Jahr holten sich fast doppelt so viele Männer wie noch vor vier Jahren Hilfe. Bei den Frauen ist die Zahl um 50 Prozent angestiegen.

Laut dem Statistischen Amt des Kantons Basel-Stadt suchten im vergangenen Jahr 801 Männer und 1561 Frauen Rat bei der Opferhilfe – das sind insgesamt rund 50 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Auffallend dabei ist, dass über ein Drittel der Fälle Körperverletzungen betreffen, und dass mehr als jedes dritte Opfer Gewalt innerhalb der Familie erlebt hat.

Rund 1287 Strafverfahren wurden aufgrund der unterstützenden Beratung der Opferstelle eingeleitet. «Diese Zahlen sind wirklich sehr erschreckend», so Helga Berchtold von der Opferhilfeberatungstelle Triangel: «Ich glaube aber nicht, dass die Zahl der Delikte stark zugenommen hat, sondern dass sich die Opfer einfach öfter und frühzeitiger Hilfe holen.»

Dass immer mehr Leute den Weg zu Opferberatungsstellen suchen, hat laut Berchtold sicher auch mit dem Bekanntheitsgrad dieser Stellen zu tun. Heutzutage würde schon im Kindergarten und in der Schule grosse Sensibilisierungsarbeit geleistet. Berchtold: «Die Jugendlichen sind aber auch autonomer geworden. Sie haben den Mut, sich die nötige Unterstützung zu holen, damit sie das, was mit ihnen geschieht, stoppen können.»

Denise Dollinger

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