Opposition befürchtet massiven Wahlbetrug in Simbabwe
Aktualisiert

Opposition befürchtet massiven Wahlbetrug in Simbabwe

Simbabwes Präsident Robert Mugabe habe einen ausgeklügelten Plan, um der Opposition den Wahlsieg zu stehlen. Dies erklärten die drei Gegenkandidaten bei einem gemeinsamen Auftritt.

Die Wählerlisten seien in weiten Teilen gefälscht, erklärten die drei Gegenkandidaten des autokratisch regierenden Präsidenten Robert Mugabe in einer gemeinsamen Stellungnahme. Zu Abschlusskundgebungen der Präsidentschaftsbewerber strömten am Freitag tausende Menschen. Die Leiter von Polizei, Streitkräften, Gefängnisbehörde und Geheimdienst erklärten, auf jegliche Bedrohung der nationalen Sicherheit werde reagiert.

Sicherheitskräfte mit Panzerwagen und Wasserwerfern patrouillierten in den Strassen der Hauptstadt. Die Opposition erklärte am Donnerstag, die Regierung verweigere ihr noch immer den Zugang zu den kompletten Wählerlisten. Damit könnten diese nicht auf Unstimmigkeiten überprüft werden. «Das ist ein gut durchdachter und ausgeklügelter Plan, uns den Wahlsieg zu stehlen», sagte Oppositionskandidat Simba Makoni.

Erstmals seit Beginn des Wahlkampfs traten Mugabes Herausforderer Makoni, Morgan Tsvangirai und Arthur Mutamabara deswegen am Donnerstag gemeinsam auf. Tsvangirai rief die Wähler auf, nach der Stimmabgabe in den Wahllokalen zu bleiben, um Betrug vorzubeugen.

Namen von Toten auf den Listen

Der Wahlkommission zufolge sind am Samstag 5,9 Millionen Menschen stimmberechtigt. Einem Dokument der Opposition zufolge, das die Politiker Journalisten in Harare zeigten, wurden jedoch neun Millionen Stimmzettel bestellt. Die überschüssigen Stimmzettel sollten offenbar dazu genutzt werden, das Ergebnis in grossem Stil zu fälschen, erklärte die Opposition.

Auf den Wählerlisten tauchten auch die Namen von Toten auf, unter ihnen Ian Smith, der letzte weisse Ministerpräsident des früheren Rhodesien, sowie zwei im Wahlkampf 2000 ermordete Oppositionsaktivisten. Im Bezirk Hatcliffe im Norden von Harare waren nach Angaben der Opposition die Namen tausender Wähler eingetragen, die ihren Wohnsitz auf bestimmten Grundstücken haben sollen. Journalisten und ausländischen Diplomaten vorgelegte Fotos dieser Grundstücke zeigen leere, unbewohnte Flächen.

Die Präsidentenwahl wird nach Einschätzung von Menschenrechtlern weder frei noch fair ablaufen. Internationale Wahlbeobachter aus den USA und der EU sind nicht zugelassen, auch mehreren internationalen Medienorganisationen wurde die Berichterstattung untersagt. Mugabe ist seit 1980 an der Macht und hat das Land zuletzt in den wirtschaftlichen Ruin geführt, befeuert durch eine galoppierende Hyperinflation. (dapd)

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